Eine Quantengeschichte

Es ist absolut dunkel hier. In den Raum dringt kein Teilchen Licht ein und auch keine Welle. Dieses verdammte weis in weis brennt mir meine Augen weg. Läßt sie förmlich in meinen Augenhöhlen verdampfen. Hier ist alles und Nichts. An jedem Ort, zu jedem Moment. 

Es war einmal ein König der gerne tanzte. Nur leider fand sich niemand, der diese Lust mit ihm teilte. So tanzte er ausschließlich mit sich selbst und lernte seine Bedürfnisse zu verachten.

Es kommt nicht darauf an wie er heißt, wie er oder andere ihn nennen. Sein Schwert ist alles worauf es ankommt. Und das braucht irgendetwas, dass es bewegt.

Ich suche mich mit meinen Händen in diesem Raum hindurch. Nach einer Tür, einem Spalt, irgendetwas und wenn es nur eine kleine Unebenheit in der Wand ist. Nur wenn ich diese finde, kann die Geschichte beginnen. Bis dahin ist zwar alles möglich, aber nichts davon prägt sich aus.

Wer kann denn schon mit Sicherheit sagen, warum Elefanten grau sind. Vielleicht sind es Beamte und sie verfügen nicht über die notwendige Fantasie für Farbe. Wer weiß, vielleicht brauchen sie es ja einfach nicht. Und ihre plumpen Füße reichen ihnen um damit auf der Erde zu stehen. Zumindest fliegen sie so nicht einfach davon, wohin sie ihre Gedanken tragen.

DIESE GANZE SCHEISSE ERGIBT DOCH ÜBERHAUPT KEINEN SINN HIER!!!

Muss es ja auch nicht. Von welchem Sinn sprichst Du, wenn Du Dich daran klammerst? So als ob dies irgendetwas ändern würde. Du bist jetzt hier an diesem Ort und nichts weiter.

Der tanzende König hatte einmal einen Hofnarren. Der hielt ihm immer einen Spiegel vors Gesicht. Doch irgendwann konnte er sein Spiegelbild nicht mehr ertragen und erschlug den Narren. Seitdem tanzt er, was sollte er auch ansonsten tun.

Dieses satte Geräusch, wenn die Tür des Wagens zufällt. Es kein Schmatz und auch kein Saug. Vielleicht ein Schmatzsaug, wenn es so etwas gäbe. Vielleicht ist es aber auch nur der Wächter des Neuwagengeruchs. Der diesen drinnen halten will, so lange wie es eben möglich ist.

Ich bin kein großer Künstler. Nur irgend so ein Typ, der gerade in seinem Bett liegt und schreibt. Diese ganze Welt um mich herum scheint mir alles, jedoch keinen Sinn zu ergeben. Also setzte ich mich an die Tastatur und gebe ihr einen. Aber einen den sie nicht dechiffrieren kann. Denn Auslösung bedeutet immer auch Leid. Wenn die Sicherheit entsteht, die einen davor bewahrt sich zu hinterfragen. Und die aus dem Nichts heraus Regel in den Raum wirft, denen sich alles andere unterzuordnen hat.

Morgen wird der Affe schon Ruhe geben. Man muß ihn nur so lange füttern, bis er einschläft. Dann wartet man, bis er wieder erwacht und füttert ihn weiter. Immer und immer weiter. Bis ans Ende aller Zeit.

Wozu sollte man sich eine Uhr anschaffen, wenn es gar keine Zeit gibt? Vielleicht um vorbereitet zu sein, falls sie kommen sollte. Wenn sie dann doch nicht kommt, hat man wenigstens ein Ticken. Ein gefrorenes Klack oder Klick, je nachdem wie diese Uhr entstanden ist. 

Der Raum ist jetzt plötzlich weg. Zwar ist er noch da, jedoch hat er sich in ein offenes Feld gewandelt. Und plötzlich kann ich alles ganz deutlich vor meinen Augen sehen. Jeden Sinn, jedes auch noch so kleine Ereignis. Ab hier kann alles endlich sein. Dafür das hier nichts ist. Das ist der Preis.

Ich denke oft an Dich, meine Liebe. Ich dachte immer mal wieder das ich Dich gefunden hätte. Das Du in dem jeweiligen Gegenüber stecken würdest. Aber es waren immer nur Bruchstücke von Dir, die mich an Dich erinnert haben. Nachdem mir dies bewußt geworden ist, gab ich die Suche auf. Da ich wusste, dass es nicht lohnt etwas zu suchen das ist. Warum sollte man auch suchen, was es schon gibt. 

Am großen Schwert klebt dieser Krieger. Er ist … er war … gerade löst er sich auf. Auch das Schwert bleibt nicht zurück. Oder tut es dies doch? Wer kann das schon sagen, wenn niemand hier ist, der es sehen könnte. Wenn niemand hier ist für den dies eine Rolle spielen könnte. Wenn niemand nirgendwo ist. Wenn das irgendwo, nirgendwo ist. Wenn nichts ist das ist. Wenn ist ist das ist. Wenn wenn wenn wenn. IST ist ist ist.

Plötzlich Stille. Auch wenn ich unentwegt vor mich hin raune. Was sind das hier nur für Zeichen an der Wand. Ist dies der erhoffte Anfang? Aber wenn es so wäre, dann wäre doch alles schon viel weiter. So wie es war, als dieser Raum um uns herum entstand. Der plötzlich da war, völlig ohne Grund und Anlaß. 

GERADE DESHALB IST ER DOCH GERADE GEKOMMEN. MAN EMPFÄNGT DOCH KEINEN BESUCHER WENN ES DA NIEMANDEN GIBT, DEN MAN BESUCHEN KÖNNTE. WARUM DU GEKOMMEN BIST? WAS SPIELT DAS DENN FÜR EINE ROLLE?

Jeder einzelne Atemzug ist plötzlich etwas ganz besonderes. Vorher ergaben sie alle nicht den geringsten Sinn. Vielleicht weil es zu viele von ihnen waren. Ob sich der Atem durch Überlagerung selbst auslöschen kann? Und was geschieht dann hinter der Wand? Die an der einen Stelle Löcher trägt und an der Anderen Schlitze? 

Das Schicksal der Lachse

“Du musst verrückt geworden sein!” In ihrem Gesichtsausdruck liegt eine Mischung aus Sorge und Verärgerung. “Du musst ja wohl wirklich gegen jeden Strom schwimmen, den du finden kannst. Was versprichst du dir nur davon?”

Ich könnte ihr jetzt näher bringen, dass es mir um meine Integrität ginge. Aber dieses Argument würde ebenso im Sand verlaufen, wie es sich schon so oft darin verloren hat. Sie kann das einfach nicht begreifen und ich mache ihr auch keinen Vorwurf daraus. Aus ihrer Perspektive betrachtet würde es mir auch nicht anders gehen. Schließlich liegt ihr etwas an mir und sie macht sich Sorgen um mich. 

Das ich jedoch gerade dieser unverbesserliche Lachs bin, als den meine Taten mich erscheinen lassen, kann ich ihr nicht nahebringen. Schon alleine deswegen nicht, da die sich daraus ergebenden Konsequenzen sie zu sehr erschüttern.

Für sie besteht das Glück des Lebens darin es sich gut gehen zu lassen. Nicht auf eine radikal hedonistische art und weise, das wäre ihr allein schon zu extrem, sondern auf die art, dass ihr unvorstellbar ist, warum man seine Möglichkeiten nicht dafür nutzen sollte sich angenehm im Leben einzurichten.

Dafür ist sie wohl, schlicht und ergreifend, zu pragmatisch veranlagt. Ich überlege wie es jemandem wie Buddha ergangen sein musste. Ob dieser Beziehungen zu normalen Menschen unterhalten hat, bevor er sich entschloss auf den Berg zu gehen um das Geheimnis des Daseins zu ergründen? Wenn dem so gewesen sein sollte, dann hat er bestimmt auch die Erfahrung gemacht das seine Liebsten ihn davon abhalten wollten. 

Letzten Endes bleibt mir nur, ehrlich zu mir selbst zu ein. Der Rest wird sich dann ergeben. Ich habe mich schon zu lange versteckt und so getan als sei ich jemand anderes. Aber ich bin nun mal ich, was immer der Grund hierfür sein sollte. Also lieber loslassen als nicht zu sein. 

Würde ich mich einer anerkannten Glaubensgemeinschaft anschließen und beispielsweise ins Kloster gehen, wäre dies für die Menschen in meiner Umgebung auch nicht einfach zu verdauen. Aber sie könnten sich zumindest auf etwas stützen dass sie zwar nicht verstehen, dass aber zumindest eine ihnen bekannte Historie aufzuweisen hat, an die sie sich anlehnen können. Das könnte sie beruhigen. So aber bleibt ihnen nichts, als mir zu vertrauen. Und das können sie nicht, da ich mich aus ihrer Sicht selbstzerstörerisch verhalte.

Vielleicht wird mich mein Weg irgendwann einmal an einen Punkt führen, an dem vermittelbare Effekte eintreten. So wie ein buddhistischer Mönch eine tiefe Ruhe ausstrahlt die man in einem gewissen Sinn greifen und damit irgendwie auch begreifen kann. Das ist möglich und es ist beileibe nicht so, dass ich den Weg der vor mir liegt als Einen wahrnehme, der ins Verderben führt. Jedoch kann ich auch nicht erkennen, dass das Gegenteil der Fall sein wird. Ich kann vielmehr gar nichts erkennen. Die Zukunft ist ein undurchdringliches Nichts, dass sich erst noch zu einer Form zusammenfinden muss. Wie sich diese Form dann ausgestalten wird, steht offen. Das einzige das Sicher ist, ist das am Ende der Tod auf mich warten wird. So wie er auf uns alle wartet. Aber es scheint den meisten meiner Mitmenschen ratsamer zu sein, diesen Umstand zu verdrängen. Und letzten Endes spielt es auch keine Rolle. Verpassen werden sie ihn nicht.

Ich habe viele Jahre damit gehadert ich zu sein. Schon seit ich ein Kind war, war ich immer irgendwie anders und ebenso wie sich meine Freundin nun um mich sorgt, haben sich auch meine Eltern und wahrscheinlich mein ganzes Umfeld um mich gesorgt. 

“Aus dir wird nie etwas werden, weil du ein Träumer bist.” Diese Aussage einer entfernt Befreundeten ist irgendwie in meinem Gedächtnis hängen geblieben. Lange Zeit hat mich dies auf eine gewisse Weise wütend gemacht und ich dachte, dass ich es ihr schon irgendwann einmal zeigen würde. 

Ja, ich war schon immer ein Träumer. Mit dieser Einschätzung hatte sie durchaus recht. Ich habe bis heute jedoch noch nicht verstanden was so schlecht daran sein soll und warum Träumerei als etwas so destruktives verschrien ist. Ich denke es liegt daran, dass der Umstand dass es Menschen gibt die sich zu ihren Träumen bekennen, all jenen die es nicht tun, deren Unvermögen vor Augen führen. Denn letzten Endes sind wir wohl alle Träumer. Zumindest waren wir es gewesen als wir noch unbefangen und leichtfüßig die Welt erkundeten. Damals, als wir noch Kinder waren. 

Aber irgendwann muss einmal Schluss damit sein und man muss sich dem Ernst des Lebens stellen. Andernfalls bleibt man verhaftet in einem Zustand der mit jedem Jahr das voranschreitet, einen immer infantiler erscheinen läßt. 

Was soll eigentlich dieses Erwachsen sein, von dem alle reden und dass so wichtig zu sein scheint, dass sich niemand dem entziehen soll? Wir können doch alle tagtäglich sehen, dass unser Gebaren nicht der Weisheit letzter Schluß sein kann. 

Wir leben in einer überbevölkerten Welt. Das ist vielen von uns durchaus bewusst. Und trotzdem übergeben wir uns dem Drang nach Fortpflanzung, so als ob diese Dinge nicht am Rande etwas miteinander zu tun hätten. 

Bedeutet Erwachsen zu sein am Ende vor allen Dingen sich den Diskrepanzen zu ergeben, die unsere Herangehensweise ergeben? Nicht zu bezweifeln, was zweifelsfrei nicht passt? 

Ich kann es nicht wirklich sagen. Es ist meine Vermutung und wer bin ich denn schon. Ein weltfremder Spinner der vor sich hin träumt und der nichts vorzuweisen hat, als eine Sehnsucht die ihn leitet und der er sich nie entledigen konnte.

Was ich durchaus versucht habe. Immer und immer wieder und beinahe daran zerbrochen wäre. Was dazu führte, dass ich mein Leben nur betäubt durch Drogen ertragen konnte, die mich so sehr in einen Umhang aus Watte schlossen, dass ich die meisten meiner Tage nur vor mich hin vegetierte. Und wenn es nicht die Drogen waren, dann war es mein Medienkonsum, oder sexuelle Ablenkung, hinter der ich mich verkroch. Oft kamen diese Dinge zusammen und ergaben eine unglückselige Melange aus Hoffnungslosigkeit. Wie viele Jahren waren es letzten Endes, in denen ich mich jeden Tag dafür verfluchte diesem als so elend empfunden Leben kein Ende bereiten zu können.

Ich habe jetzt endlich Abstand von dem alltäglichen Konsum von Drogen finden können. Auch gibt es immer mehr Tage, an denen es mir gelingt mich nicht diesem Irrsinn an Unterhaltung zu ergeben, mit dem ich mich immer so sehr von mir selbst abgelenkt habe. 

Wenn ich gerade nicht die Kraft finde mich mit etwas Konstruktivem zu beschäftigen, lese ich gute Bücher und achte darauf, mich ausreichend zu bewegen. Was jedoch durchaus nicht destruktiv ist. Es lässt sich nur nicht monetär verwenden. Aber wer weiß. Vielleicht ergibt sich ja über die Zeit etwas, dass in der Lage ist meinen Lebensunterhalt zu sichern und für das ich mich nicht verleugnen muss. Schließlich habe ich bisher durchgehalten und schlimmer als dass allein der Freitot einen Ausweg zu bieten scheint, kann es letzten Endes nicht werden.

So fühlt sich gerade jeder Tag für mich an, als wenn ich nach einem schweren Erdbeben aus meinem Keller emporsteigen würde. Benommen und zerzaust, aber erleichtert, dass ich das Chaos überstanden habe.

So gesehen, meine liebe Freundin, mach Dir keine Sorgen um mich. Die Zeit in der dies angebracht gewesen wäre liegt jetzt hinter mir und du hast es zumeist nicht einmal bemerkt, dass ich mich in diesem Zustand befand. Versuche Deiner Wahrnehmung nicht allzuviel Gewicht zu geben und halte dir den Umstand vor Augen, dass sie sich am Ende nur aus Bildern zusammensetzt die an dich herangetragen werden.

Mehr kann ich dir leider nicht bieten. Aber immerhin ist es diese kleine Etwas. Auch wenn dies vielleicht nie erkennbar für dich werden wird.

Ich mache mich nun auf wieder gegen den Strom zu schwimmen. Angezogen von etwas von dem ich nicht sagen kann was es ist. Nur das meine Sehnsucht mich dorthin treibt. Einer Sehnsucht der ich mich nun endlich, mit Haut und Haaren auf Gedeih und Verderb ergeben werde.

Der Virus hat uns bei den Eiern. Was für eine Gnade.

Wir befinden uns, wahrscheinlich, am Anfang der Corona Krise, oder Covid 19, wie der Virus mit Vornamen zu heißen scheint. Von jetzt auf gleich ist so viel Ruhe in unser Leben getreten, wie ich dies zuvor nicht für möglich gehalten hätte. Dabei hat sich für mich nur wenig verändert. Mein Leben ist nur sehr am Rande davon betroffen. Ich bin schon vorher meinen Mitmenschen lieber aus dem Weg gegangen. Zumindest wenn sich eine Chance dafür bot. 

Aber jetzt scheinen alle Anderen meinem Beispiel zu folgen. Sie treibt jedoch nicht die Vernunft, sondern nur eine diffuse Panik vor sich her. Es ist gerade einmal wenige Wochen her, da wurde uns noch eingebläut, dass rein gar keine Gefahr bestehen würde. Und kurze Zeit später verbreiten die gleichen Quellen eine Panik, als ob die Welt untergehen würde. 

“Macht Euch mal nicht zu viele Sorgen, Unkraut vergeht nicht so schnell”, möchte ich meinen Mitmenschen zurufen. Aber einen Schrei der so laut wäre, dass ich Diese erreiche, bringe ich nicht hervor. 

Im Grunde genommen könnten wir die Gelegenheit als Chance nutzen unser angeschlagenes System auf Vordermann zu bringen. Aber ich hege keinen Zweifel daran, dass bei der erstbesten Gelegenheit alles so weitergehen wird wie bisher. Die selben offensichtlichen Schwachstellen, das gleiche verlogene Gehabe. Der Mensch wird sich leider treu darin bleiben ein Vollidiot zu sein. Schließlich kann man schon jetzt sehr genau beobachten wie sich wieder die Hyänen der politischen Kasten in Stellung bringen, um ihren Vorteil aus dem Trubel zu ziehen. Die selben unfähigen Egoisten, denen wir es zu verdanken haben, dass es überhaupt soweit gekommen ist, haben sich, zumindest zu Teilen schon, als Retter inszeniert. Und die die dies noch nicht getan haben werden folgen.

Eins und Eins ergibt, gerade im politischen Umfeld, erschreckend selten Zwei. Und auch im wirtschaftlichen Bereich sieht es nicht besser aus. Irgendjemand wird auch hier profitieren. Vom mannigfaltigen Zergehen, dass gerade ansteht.

Selbst in der letzten großen Finanzkrise wurden manche Taschen gefüllt, als ob es eine Zeit des unglaublichen Aufschwungs wäre. Irgendwer frisst immer und irgendwer wird immer gefressen. Diesbezüglich sind wir sehr natürliche Wesen. 

Da sie gerade dringend gebraucht werden, wird zur Zeit ein Hohelied auf die Pflegekräfte gesungen. Vorher konnten sie sehen wo sie bleiben und ich zweifle nicht im Geringsten daran, dass sie es danach auch wieder werden tun können. Dankbarkeit ist ein sehr vergängliches Gefühl. Und Respekt eine reine Notwendigkeit. 

“Nach dieser Krise wird nichts mehr so sein wie zuvor!” 

Echt jetzt? Und was wird sich ändern? Werden wir aufhören uns wie Vollidioten aufzuführen? Ich würde ja gerne lachen, aber das bleibt mir in diesem Kontext im Hals stecken. Sobald die Scherben zur Seite gekehrt sein werden, wird alles irgendwie wieder beim Alten sein. Zwar werden die einen Pleite gehen, dafür werden andere umso reicher werden. Und es wird  immer noch dieselbe art von Mensch sein, die sich über die Anderen erhebt und mit ihnen Schlitten fährt. 

Dafür bräuchte es schon weit mehr, als ein paar tausend Tote. Selbst die Millionen des letzten Weltkrieges haben nicht im Ansatz gereicht, den Menschen nachhaltig friedlich zu bekommen. Er eignet sich offensichtlich nicht dazu, die Vernunft vor die Gier zu stellen. Sättigung ist ein Zustand, der nur sehr temporär eintritt. Und wenn alle Stricke reissen, dann wird sich eben der Finger in den Hals gesteckt und weiter gehts.

Nun fangen sie an für ihre Freiheit zu demonstrieren. Was für ein erbärmlicher Witz. Sie kennen nur die Freiheit des Konsums und der oberflächlichen Zerstreuung. Echte Freiheit fängt im Kopf an und hört dort auch wieder auf. Alles andere ist hedonistisches Gehabe. Eine einzige makabere Show der inhaltsleeren Eitelkeiten. 

Guten Morgen Mensch, erwache. Und kehre zurück in dein profanes Nichts. Das am Ende doch nur aus Fressen und Scheissen besteht und aus einem Orkan an Getöse, der von diesem Umstand abzulenkt. Wer braucht denn schon Vernunft, wenn ihm die Ohren klingeln? Wenn die Eier zum bersten gefüllt und die Mäuler weit aufgerissen sind? 

Der Mensch braucht kein Grundrecht auf Freiheit. Er braucht nur den Hunger, der niemals gestillt wird und der ihn ausreichend von sich selbst ablenkt. 

Macht Euch keine Sorgen da draussen. Ihr werdet morgen die gleichen Arschlöcher sein, die ihr gestern ward. Darauf dürft ihr vertrauen, wie auf das Amen in der Kirche. Solange wie auch noch der letzte Tropf in Versuchung geführt werden kann, wird er dieser erliegen. Bereitwillig und anbiedernd, frei von jeder wirklichen Nachhaltigkeit. 

Auch Du Greta wirst älter werden. Und die Wahrscheinlich dass Du nicht Deine Ideale für Deinen persönlichen Vorteil über Bord werfen wirst, ist verschwindend gering. Wir wollten alle die Welt von Unbill befreien und sind am Ende an uns selbst gescheitert. Erst erhoben wir unsere Finger, dann fingen wir an sie abzuschlagen. 

Wo Resignation zur Vernunft wird, entsteht aus einem Kind ein mündiger Mensch. Der sich damit abgefunden hat, dass es Kohle immer nur für Gehorsam geben wird. Tja meine Liebe, das wird auch Dein Schicksal sein, wenn Du Dich fragen wirst, warum ausgerechnet Du verzichten solltest, wenn andere dies nicht tun.

Nein, der Virus hat uns bei den Eiern. Genießen wir die Ruhe vor dem nächsten Sturm.

Grabenkämpfe

Die Alte geht mir auf den Sack! Und wie sie mir auf den Sack geht. Ich höre mir nun schon seit über einer Stunde ihre Cliches zum Thema Geschlechterkampf an und der einzige Grund warum ich nicht schon längst weg bin, ist eine art von verquerer Ansicht von Kinderstube, derer ich mich gerade nicht entledigen kann. Zuhören tue ich schon seit einer ganzen Weile nicht mehr. Ich nicke, stimme ihr zu und denke währenddessen an die süße Kellnerin, die hin und wieder vorbeikommt um zu fragen, ob wir noch etwas haben wollen.

“Ja, da gäbe es schon etwas. Haben Sie zufällig eine überdimensionierte Fliegenklatsche zur Hand? Mir sitzt solch ein penetrantes Exemplar gegenüber und raubt mir den letzten Nerv”, möchte ich ihr gerne sagen. Aber ich schüttle natürlich meinen Kopf und verneine höflich. Nein, alles noch zum Besten.

Schade dass ich nicht mehr trinke. Heute wäre der ideale Zeitpunkt sich so richtig weg zu schießen. Aber ich habe kein Interesse die folgenden Tage mit den Nachwirkungen zu kämpfen. Irgendwann muss sich die Alte sich ja mal ausgepowert haben. Außerdem schätze ich, dass sie morgen arbeiten muss. Das scheint mir der kleinere Schmerz zu sein.

Ich verfluche, dass ich keine dieser Apps installiert habe, die auf verdeckten Druck einen Scheinanruf initiieren. 

“Sorry, war die Firma. Sie brennt. Ich muss da dringend hin. War wirklich interessant, laß uns ein anderes Mal weiter machen.” 

Dann Nummern austauschen. Natürlich die Falsche. Aber nur eine Zahl verdrehen, damit ich mich rausreden kann, wenn sie es gleich an Ort und Stelle probiert. Oh Mann, das wäre jetzt was. Aber ich habe leider keine solche App, da ich nicht damit gerechnet habe sie zu brauchen.

Die muss doch irgendwann mal fertig werden mit dem Unsinn den sie von sich gibt. 

Ich würde sie am liebsten so laut anschreien wie ich nur kann. Ihr sagen, dass ich im Gegensatz zu ihr  noch die Zeiten mitbekommen habe, wo Frauen nur die Rolle als Heimchen am Herd zugedacht war. Nicht weil ich schon so alt wäre, sondern weil ich aus einem Kaff komme, indem sich Hund und Katz gute Nacht sagen. Und wie mich dieser Umstand früher angekotzt hat. Und das ich so ziemlich der Einzige war den ich kannte und dem es so ging. Weil die Herde der Schafe immer erst retrospektiv ihr Geblöke zum Besten gibt. Die Frauen selbst hatten mich zu der Zeit meist blöde angesehen, wenn ich ihnen vorsichtig auf den Zahn zu fühlen versucht habe, wie sie die beschissenen Umstände nur ertragen können und warum sie nicht einfach in das Essen ihrer bescheuerten Männer rein scheissen oder es, noch besser, gleich vergiften.

Nein, diese Form der Unterdrückung hat diese blöde Kuh nie erlebt. Sie weiss noch einmal am Rande wovon sie spricht. Das zeigen auch ihre Argumente. Manchmal denke ich mir, dass ich der oder dem welcher mir als Nächstes mit der Leier kommt, dass Frauen signifikant in Führungspositionen unterrepräsentiert wären, die Zähne ausschlage. Ein überraschender Haken und dann nachsetzen was das Zeug hält. Als ob diese Idioten jemals in die Verlegenheit kämen von diesem Dilemma betroffen zu sein. Trotzdem machen sie sich zum Erfüllungsgehilfen der Eliten denen sie sowieso scheißegal sind. Ob diese nun weiblichen oder männlichen Geschlechts sind. Schlagt ihnen alle die Köpfe ab, dann ist Ruhe. Das ist, was ich zu der Sache zu sagen habe. Ob ein Arschloch eine Votze oder einen Schwanz hat. Wo soll denn da der Unterschied sein? Worauf spekulieren die? Auf einen weiblichen Hitler? Sollten die sich nicht eher darüber freuen, dass es wahrscheinlich weniger weibliche gemeingefährliche Irre gibt als männliche? Nein, sie fordern lieber aus Prinzip die Quote ohne ihren Verstand zu nutzen.

Wenn ich mir alleine vor Augen führe, dass diese Dorfdeppin mit Titten die mir da gegenüber sitzt so sehr geschminkt ist, dass ich nicht mit Sicherheit sagen kann, welche Hautfarbe sie hat und dass sie an ihren Füßen Schuhe trägt die jeden Gehapparat alleine schon vom Anschauen ruinieren, dann wird mit bei so viel unverfrorener Unreflektiertheit regelrecht schlecht. 

“Wie wärs denn wenn Du zumindest mal aufhören würdest Dich selbst zum Objekt zu machen, du dämliche Kuh”, würde ich ihr am liebsten sagen. Aber die verlogene Antwort die mich auf diese Frage erwarten würde kenne ich zur Genüge. Letzten Endes läuft es immer darauf hinaus, dass mir jemand die Quadratur des Kreises für möglich erklären will.

HERRGOTT LASS HIRN VOM HIMMEL REGNEN ODER SCHICK UNS ZUMINDEST ENDLICH EINEN ASTEROIDEN DER SCHLUSS MACHT MIT DIESEM UNSINN. DU SIEHST DOCH DASS WIR ES NICHT AUF DIE REIHE KRIEGEN!!!

Aber stimmt ja nicht. Schließlich sind wir gerade innig damit beschäftigt uns selbst aus der Welt zu schaffen. Was habe ich nur verbrochen hier eingeklemmt zwischen gehirnamputierten Machos und nicht minder dämlichen pseudo Emanzen zu stecken? Wo zum Teufel ist der Sack in den man die alle rein stecken kann, damit sie sich gegenseitig ihre Köpfe einschlagen und somit das Problem aus der Welt räumen. Weiblich, Männlich, Rechts, Links, Gläubig, Atheistisch, Weiß, Schwarz. Ich bin umringt von Gräben, voll gepackt mit Wahnsinnigen die sich keine Gelegenheit entgehen lassen, sich gegenseitig an den Hals zu gehen. Ich hätte meinen Kindheitstraum wahr werden lassen sollen. Ich alleine irgendwo in einem Wald im tiefen Kanada, hunderte Kilometer um mich herum kein anderer Mensch.

Aber dafür hat mir offensichtlich das Rückgrat gefehlt. Bei wem will ich mich also beschweren? 

Endlich ist sie soweit und will gehen. Ich seufze so laut, dass sie mich ganz verwundert ansieht. Ich ziehe mir irgendeine Ausrede aus den Fingern, die ich in dem Moment schon wieder vergesse, indem ich sie hervorgebracht habe. 

Dann stehen wir vor der Tür. “Und jetzt?”, säuselt sie mich an und macht ein Gesicht, als hätte sie zu viele billige Romanzen konsumiert.

Was jetzt? Du denkst doch hoffentlich nicht wirklich dass ich mit dir ins Bett steige. Selbst wenn es nur für einen Abend sein sollte, was zum Teufel sollte ich spätestens dann tun, wenn sich das verwendete Gummi als eines derjenigen herausstellen sollte, die dann doch nicht so zuverlässig gewesen waren. Ganz abgesehen davon, dass ich mir moralisch Unbedenklicheres vorstellen kann als in diese beschissene Welt ein Kind zu setzen. Nein danke, kein Bedarf ich bin schon satt was das angeht. 

Bei der Gelegenheit muss ich daran denken, dass ich es immer noch nicht auf die Reihe gebracht habe eine Vasektomie bei mir vornehmen zu lassen und beschließe dies mit dem Vermerk DRINGEND auf meine Liste der mittelfristigen Aufgaben zu setzen.

“Tja, das wäre wirklich verlockend. Aber ich muss morgen sehr früh raus”, lüge ich sie an. “Lass uns das doch auf ein anderes Mal verschieben.”

Ob es denn ein weiteres Mal gebe? Natürlich, war doch so schön gewesen. 

Und dann vergisst sie wirklich den Austausch unserer Nummern. Ich gehe normal bis zur nächsten Straßenecke und fange zu rennen an. Wer weiß, vielleicht fällt es ihr noch auf und sie kommt mir hinterher gedackelt. Ihre Mailadresse kann ich ganz einfach in meinen Spamordner schieben, dann habe ich Ruhe. Ich weiß schon warum ich um soziale Medien einen weiten Bogen mache. “Wie ist Dein Facebook Name?” Ich habe kein Konto. Was für eine Gnade.

Dassss bedeutet Krieg!!!

Verdammt was war das denn??? Ich sehe auf meinen Arm herunter und kann die Stelle der gemeinen Attacke genau sehen. Ein kleiner roter Punkt findet sich da, von wo ein pochender Schmerz sich ausbreitet, der wie die Hölle brennt. Zuerst begreife ich gar nicht was geschehen ist. Dass ich einem Hinterhalt ins Netz gegangen bin, ist mir bewusst. Aber wer der Feind ist und von wo er kam, kann ich im ersten Moment nicht ausmachen. 

Zuerst denke ich, dass mich eine Biene erwischt hat. Dann aber fällt mir ein, dass Diese sich bei einem solchen Angriff den Stachel aus dem Hinterleib reißen der weiter in der Wunde pocht. Aber da steckt kein Stachel, sondern die Einstichstelle sieht eigentlich recht unspektakulär aus. Ein kleiner roter Ring umgibt den Punkt des Einstichs, der eigenartigerweise selbst gar nicht rot ist, sondern eher so blass wirkt, als habe die Haut an dieser Stelle ihre Pigmentierung verloren. 

Doch dann kann ich den Übeltäter erspähen und es fährt mir ein entsetzlicher Schrecken in Mark und Bein. Es handelt sich um eine Hornisse. Eines dieser Mistviecher, die mit nur 7 Stichen ein ganzes Pferd killen können. Einfach so. Sieben rein und raus, dann vielleicht noch ein kurzes Wiehern, ein dumpfer Fall und der arme, meist wohl recht ahnungslose Gaul ist hinüber.

Und das, obwohl er um soviel größer ist, als die anscheinend doch recht kleine und dadurch auch verletzlich wirkende Hornisse. Ziemlich gemein aber vielleicht auch gut für das Pferd, dass es tot ist. Wie sollte es schließlich mit der Schande leben, von solch kleinen Rabauken besiegt worden zu sein, die wahrscheinlich noch nicht einmal ein Hundertstel seines Körpergewichtes ausmachen. 

Aber den Hornissen ist das egal. Diese sind üble Halunken, denen jedes Mittel recht ist um ihre Terrorherrschaft zu verbreiten. Ein totes Pferd hier und da nehmen die skrupellos in Kauf. Das ist denen scheißegal. Die denken keine Sekunde daran, dass der Rappe vielleicht eine Familie hat, die gerade erwartungsfroh auf ihren Versorger wartet, während dieser in einer feigen und unpferdlichen Art dahin gestreckt wurde. 

Denn Pferde sind nicht so. Die rotten sich nicht zu siebt zusammen und machen sich auf die Suche nach arglosen Hornissen Opfern denen sie den unwiederbringlichen Tod bringen können. Nein, ein Pferd tritt höchstens mal irgendwo drauf, oder schlägt aus versehen so mit seinem Schwanz, dass dabei schon einmal eine Hornisse ihr Ende finden kann, aber immer nur als Kollateralschaden dessen, was das Pferd zu diesem Schritt bewogen hat. Nämlich entweder das ihm der Arsch juckt, oder dass es eben irgendwo hin will. 

Außerdem bilden Hornissen keine Familienstrukturen im Sinne der Pferde. Die scharen sich einfach zu dutzenden um ihre fette Königin und kein Mensch, Pferd oder eben geflügelter Unhold kann mir erzählen, dass es auffallen würde, wenn eine Einzige plötzlich nicht mehr in ihr Nest zurückkehren würde. 

Mit anderen Worten hat es viel schlimmere Auswirkungen, wenn ein Pferd stirbt, als wenn solch ein gelb schwarz gestreiftes Schwein sein Leben verliert. Aber das ist diesen Mördern der Lüfte völlig egal. Die machen keine Feinde und verfügen mit Sicherheit über nichts, dass sich Gewissen schimpfen kann.

Aber bis hierher und nicht weiter sage ich mir. Ich werde mich nun todesmutig wie ich nun mal bin dieser lebendig gewordenen Pest gegenüber stellen und keinen Zentimeter weichen, bis ich nicht den letzten von Ihnen unwiderruflich zur Hölle geschickt habe. 

Doch dazu muss ich erst einmal herausbekommen, wo sich diese feige Bande versteckt hält. Also folge ich unauffällig meinem Angreifer und dieser naive Depp führt mich natürlich direkt zu seinem Nest. So unbarmherzig diese Dinger auch sind, so dumm sind sie auch. Wie kann der denn etwas so großes und überragend intelligentes wie einen Menschen überfallen und dann nicht einmal seinen Fluchtweg einigermaßen verdeckt halten? Das spricht nicht gerade für ein besonders reflektiertes Verhalten, aber eben dafür, dass es sich bei diesen Barbaren um reine Unruhestifter ohne jedes weitere Konzept handelt. Geboren werden, um Scheiße zu bauen. Das ist das Einzige das diese kleinen, blöden Wichser auf die Reihe kriegen.

Aber damit soll jetzt Schluss sein. Jetzt wo ich weiß, wo Ihr zu finden seid, hat Euer letztes Stündchen geschlagen. Dafür werde ich schon sorgen. Da könnt ihr noch so lange in Eurer Behausung sitzen und feixend über Eure erbärmlichen Taten lachen. 

DAS BEDEUTET KRIEG!!!

Da diese Dinger in der Überzahl sind, stürze ich natürlich nicht unbedacht hervor und greife sie an. Schließlich war ich beim Militär und wurde dort im Töten und strategieren ausgebildet. Zwar durften wir nur ein paar Mal auf eine Pappwand schießen und haben diese auch meistens nicht getroffen, aber besser eine schlechte Ausbildung als gar keine, denke ich bei mir und überlege mir eine wirkungsvolle Strategie. Obwohl ich bei dem Gedanken an den Wert meiner Ausbildung dann doch überlege, ob ich nicht eher als Kanonenfutter angedacht worden war.

Wie zu jedem guten militärischen Plan gehört das genaue Erörtern der Eigenen und der Feind Stärke im Vorfeld zwingend dazu. Man muss präzise abschätzen können, was einen erwartet. Überraschung führt in diesem Kontext schnell zum Tod. Entweder der Einen oder der anderen Seite. Je nachdem wer wen überrascht und wer der trottelige Überrumpelte ist. Ich kann auf den ersten Blick sehen, dass diese üblen Gesellen dies nicht bedacht haben. 

Obwohl ich kein Horrnissich verstehe, kann ich ihr emsiges Gesumme doch genau interpretieren. Sie prahlen mit ihren bösen Taten und berauschen sich daran. Das ist ganz deutlich zu vernehmen und je genauer ich hin höre, desto präziser kann ich ein einzelnes Summen im Haufen des wilden Gesäusels ausmachen. Das ist die Sau, die mich angegriffen hat, da bin ich mir ganz sicher. Ich kann förmlich hören wie er sich, im Kreise seiner ehrlosen Brüder damit brüstet und mich mit Schmähungen bedeckt, für die jedem Kind der Mund mit Seife ausgewaschen würde. Zumindest so fern es keine dieser asozialen Eltern hat, die ihm alles durchgehen lassen. 

Ich würde waschen und glaubt mir eins. Es gibt auf der ganzen Welt nicht genug Seife die dafür reichen würde, wenn das mein Bengel wäre, der sich so daneben benimmt.

Aber ich habe keine Kinder die Scheiße bauen könnten. Ist vielleicht auch besser so. Zum einen für die Seifenhersteller, die dann nicht mehr zur Ruhe kämen und zum anderen für das Kind selbst. Denn eines ist klar, ich möchte mich nicht zum Vater haben. Jemand der bereit ist, Kindern solche Dinge anzutun sollte keine haben. Streng genommen würde eine Gesellschaft die etwas auf sich hält sogar solche Typen wie mich zwangssterilisieren, um sicher zu gehen, dass sie ihre irren Vorstellungen nicht in die Tat umsetzen. 

Aber hier geht es nicht um meine Erziehungsmethoden, sondern darum, dass sich hier nun eine Heldentat auftut die es kaum erwarten kann von mir begangen zu werden.

Sieben von denen killen also ein Pferd. Wie viele Stiche mich wohl treffen müssen, um meinem Leben ein Ende zu bereiten? Ich habe nicht die geringste Ahnung. Die Nummer mit den Pferden kann man des Öfteren in diesem Kontext hören, aber von Menschen und einer konkreten Anzahl war bisher nie die Rede. 

Aber ich schätze mal, dass es weniger sind, denn schließlich ist so ein Pferd doch um einiges schwerer als ein Mensch. Aber um wie viel? Und um was für ein Pferd handelt es sich denn überhaupt dabei? Die gibt es doch in verschiedenen Ausführungen und Größen. Verdammt, mir fällt gerade auf, dass ich nicht die geringste Ahnung von Pferden habe. 

Mir waren diese Burschen nie ganz geheuer. Schon alleine deswegen, weil sie immer so auf peacy machen und dann so mir nichts dir nichts die Herzen kleiner und größerer Mädchen stehlen. Denn irgendwie scheinen diese Dinger so etwas wie die Casanovas der Tierwelt zu sein. Kaum steht so ein Ding irgendwo herum und eine Frau geht daran vorüber, ist es um sie geschehen. Ab diesem Zeitpunkt hast Du auch als Mann keine Chance mehr. 

Habt Ihr mal deren Schwänze gesehen? Und ich meine nicht die, welche sie hinten angetackert haben. Da kann mir doch keiner erzählen, dass man die Mädels die so etwas kennen danach noch mit einem menschlichen Glied beeindrucken kann. Sei es auch noch so groß und eindrucksvoll. Das, ist auch der Grund warum ich Pferdefrauen immer aus dem Weg gegangen bin. 

“Du hast ein Pferd; und tschüß”, war da immer mein Motto an das ich mich eisern gehalten habe. Diese scheiß Hengste haben mir schon so manches Mal die Tour vermasselt. Da kann ich ein Lied von singen. 

Aber jetzt geht es gerade nicht um Pferdeprügel, sondern darum herauszufinden wie oft ich wohl in so ein Ding hinein passe. Natürlich gewichtsmäßig, nicht dass das jetzt in den falschen Hals kommt. Obwohl, wenn ich es mir so überlege. Die Pferdefrauen müssen doch total ausgeleiert sein. So wie deren Männer bestückt sind. Die müssten doch froh sein wenn sie mal jemand besteigt, ohne sie dabei halb auseinander zu reißen. Wäre das nicht eine Gelegenheit sich für die jahrelange Demütigung die ich durch diese verdammten Hengste erfahren habe zu rächen? 

Eric, bleib am Ball. Du führst gerade einen anderen Kampf. Die Rache an den Gäulen muss warten.

Da ich, wie schon gesagt, im Grunde nicht den geringsten Plan von Pferden habe, aber nicht weit von meinem Grundstück entfernt welche leben, beschließe ich dort hinzugehen um deren Gewicht abzuschätzen und so endlich herauszubekommen wie viele Treffer ich mir leisten kann, bevor ich zu Boden gehe. 

Glücklicherweise hat der Bauer, an dessen Tiere ich dabei gedacht habe, gleich viele verschiedene Rassen auf seiner Koppel stehen. So als hätte er geradezu damit gerechnet, dass einmal jemand kommen würde, der einen genauen Überblick über diese Dinger braucht. Von Riesenhundgröße bis hin zu einem Koloss der auf mich wirkt als wäre es kein Gaul, sondern ein verkleideter Elefant, steht alles darum. Praktisch!

Ich beginne also abzuschätzen. Das Minipferd scheint nicht schwerer als ich zu sein. Vielleicht ist es sogar etwas leichter. Dann könnte ich gut fünf bis acht Stiche einstecken bevor ich die Biege mache. 

Die Dinger der mittleren Größe schätze ich mal auf so zwei bis dreihundert Kilo. Dass würde bedeuten, dass es schon ab zwei bis drei Stichen brenzlig werden könnte. Und einen habe ich immerhin schon abbekommen, blieben also nur noch zwei.

Dann sehe ich zu dem Elefanten rüber. Verdammte Scheiße, denke ich bei mir. Welch fürchterlicher Gott hat denn so ein Ding erdacht? Der Kerl ist so riesig, dass es gar nicht mehr wie ein Pferd, sondern eher wie die pervertierte Superschurkenversion eines Pferdes auf mich wirkt. Heiliger Joseph. Wenn das Ding nach sieben Stichen tot umfällt, müsste ich von dem Einen, der komischerweise schon gar nicht mehr wirklich weh tut, schon lange tot da liegen. Was geben die dem zu fressen? Anabolika gewürzt mit Steroiden? Und das pur? Viele Kiloweise jeden Tag? Verdammt. Wenn ich mit den Hornissen fertig bin, muss ich mich unbedingt um die Pferde kümmern. Da droht ja vielleicht eine noch viel größere Gefahr, die ich gar nicht auf dem Schirm hatte.

“Aber Pferde sind doch Pflanzenfresser, da brauchst Du Dir keine Sorgen zu machen”, höre ich meine Vernunft altklug Eingebungen verteilen.

“Ist mir doch scheißegal was die fressen!!! Hornissen vertilgen auch nicht die Gäule, die sie getötet haben! Was soll das denn für eine bescheuerte Begründung sein? Verdammter Verstand, ich dachte, Du bist auf meiner Seite.”

Aber jetzt gerade bekomme ich das beklemmende Gefühl, dass er mich reinlegen will. 

“Dann geh Du doch mal zu diesem Ungeheuer und zeig mir das es Dich nicht auffrisst, oder einfach nur zum Spaß killt. Aber ich bleib hier stehen und eins kann ich Dir sagen: Zähle nicht auf mich, wenn diese Nummer schief geht! Ich springe für diesen Schwachsinn mit Sicherheit nicht in die Bresche. Dann hab ich halt keinen Verstand mehr. Als ob das einen großen Unterschied bei mir machen würde. Nein, nein Junge. Meine Welt geht nicht unter wenn Du weg bist. Schließlich war ich auch oft nicht gerade gut beraten, wenn ich auf Dich gehört habe. Denn wollen wir mal ehrlich sein, der aller fitteste warst du nie. Dann geh halt hin zu diesem Scheissding. Ist mir doch egal. Blöder Wichser!!!”

Also wirklich, ich lasse mich doch nicht von meinem eigenen Verstand verarschen. Da könnte ja jeder kommen. So ein Penner. Kein Wunder, dass mein Leben sich so absurd entwickelt hat. Mit einem Verstand der einem so einen Scheiß einredet? Das konnte ja gar nichts werden mit mir.

“Ja, geh ruhig hin. Wenn Du noch ein bisschen wartest, hole ich Dir ein Stück Zucker, damit Du es anlocken kannst.”

Was für ein Vollidiot!!!

Aber hey, ich bin doch extra hergekommen um herauszufinden wie schwer Pferde sind um zu überschlagen wie viele Stiche ich im Krieg mit den Hornissen überleben kann, bis diese mich dahingerafft haben. 

Aber jetzt zeigt sich, wer der eigentliche Feind ist. Es ist mein eigener Verstand, die heimtückische Hyäne. Und gegen den weiß ich mich zu wehren, dafür trage ich ihn schon lange genug mit mir herum. 

Ich gehe jetzt erst mal kräftig einen Saufen. Die Hornissen und Pferde müssen sich dann eben noch was gedulden.