Blogverzeichnis

Alle müssen immer irgendetwas sein. Backst Du ein paar Brote zu viel, bist Du ein Bäcker. Interessierst Du Dich für Raumfahrt, ein Astronaut. Aber was zum Teufel machst Du, wenn Du Dich gerne im All rum treibst und dort Brote backst? 

Bei zwei Betätigungen geht es ja noch. Dann kannst Du einfach sagen: Ich bin ein brotbackender Astronaut. 

Was aber wenn Du zudem noch die Frechheit besitzt Dich für, na ja, sagen wir mal, das Reinigen von Schwimmbädern zu interessieren? Geht auch noch. Dann sagst Du eben: Ich bin ein brotbackender Astronaut der sich für die Reinigung von Schwimmbädern interessiert. 

Und erst das Kacken! Ich meine, jeder von uns hat ein ganz persönliches Interesse daran. Die wenigsten sprechen gerne darüber, aber man kann sich sicher sein, dass jeder weiss was damit gemeint ist.

Ich bin also ein brotbackender, sich für die Reinigung von Pools interessierender Astronaut, der zudem regelmäßig kacken geht.. 

Ihr merkt schon, langsam wird es turbulenter. Aber wer wäre ich, wenn ich Euch mit dieser Erkenntnis aus diesem Schlamassel entlassen würde? Nein, meine lieben Freunde, Ihr kennt mich. Meine Böden sind erst dann hinreichend verbrannt, wenn man sie als Solchen gar nicht mehr erkennen kann. 

Nun hat der brotbackende, sich für Poolreinigungen interssierende und regelmäßig kackende Astronaut, natürlich noch andere Dinge für die er sich interessiert. Nehmen wir den Fussball. Viele interessieren sich dafür. Manche verstehen zwar nicht warum, dabei ist das doch ganz klar. 

Neunzig Minuten 22 erwachsenen Vollidioten dabei zuzusehen, wie sie mit äußerster Inbrunst einem Ball hinterherlaufen ist doch eine Hausnummer. Noch Sinnentleerter wird schwer. Dagegen wirkt selbst der fleißigste Hund wie der besonnenste Faulpelz. 

Nehmen wir also an, der Lieblingsverein des brotbackenden Astronauten, der sowohl kacken muss als sich auch für die Poolreinigung interessiert, wäre Fan des Vereins Bayern München. 

Nicht deswegen weil das der coolste aller Vereine, sondern die Wahrscheinlich hoch ist, dass sich nun die meisten von Euch entsetzt an den Kopf greifen und sagen: Oh mein Gott, doch nicht die. DOCH GENAU DIE, meine lieben Freunde. Papa weiß doch was Eure kleinen Herzchen in Wallung bringt. 

Wenn nun dieser kackende, sich für den Fußballverein Bayern München interessierende Astronaut, der zudem noch gerne seinen Pool reinigt und Brot backt, auf die Idee kommt dazu auch noch zu atmen. Na dann reden wir von einem Pool reinigenden und brotbackenden Astronauten, der Fan von Bayern München ist, kacken kann und dazu noch atmet. 

JA VERDAMMTE SCHEISSE, ABER WAS IST DER TYP DENN DANN? DAS HEISST DOCH, WOMIT VERDIENT ER SEIN GELD???

Na ist doch logisch, mit dem Kacken. Seit Pools Umweltsünder sind, ist es zu gefährlich sich als deren Liebhaber zu outen. Astronaut wird sowieso keiner, auch wenn er es noch so gerne möchte, ist wie beim Lotto und wer Brot backt mag zwar etwas zu essen haben, aber verdienen kann man mit dieser Tätigkeit nichts. 

Die Typen von Bayern machen immer einen riesen Aufriss mit ihrer bajuwarischen Tradition wenn man bei ihnen spielen will. Also ist da auch jeder raus, der über keine Vollklatsche verfügt. 

Irgendwie kommt es mir immer wieder so vor, als würden sich Gartengeräte über ihre Daseinsberechtigung unterhalten, wenn man Menschen dabei zuhört wie sie sich über ihren Job definieren, ganz so als ob sie dies in der Regel ausmachen würde. Komisch, ich kenne vor allen Dingen Leute, die Ihren nur machen um sich über Wasser zu halten und die davon träumen irgendetwas anderes zu tun.

Als es noch Berufe gab, war das vielleicht noch anders, Schließlich kommt Beruf ja von Berufung. Heutzutage aber haben die meisten Jobs. Das bedeutet so viel wie, ich halte meinen Arsch hin für … Eigentlich komisch sich übers gefickt werden zu definieren.

Ich sage meistens irgendeinen Blödsinn wenn mich jemand danach fragt was ich mache. Meisten das was ich gerade tue. 

“Oh, danke der Nachfrage, ich trinke Tee.”

Oder auch gut. 

“Na dass ist ja schön, dass du ein echtes Interesse an mir zeigst, ich kratze mich am Bein weils juckt”. 

Und falls ich gerade nichts tue, oute ich mich als Atmer. Ich fange auch gerne an darüber ins schwadronieren zu geraten. Machen die Anderen ja auch so. Meistens über den Job reden. Auch wenn er einen ankotzt und man gerade frei hat. 

Aber der normale Durchschnittsbürger scheint ein Problem damit zu haben, wenn man ihm den Spiegel vorhält. Lachen können nur die wenigsten über sich. Die nehmen alles bierernst, auch, oder gerade dann, wenn es eigentlich um gar nichts geht.

By the way. Noch ein Nachsatz zu Berufen. Das kann ich nicht so stehen lassen. Natürlich war es früher auch nicht besser. Sogar noch schlimmer. Damals wurde man in den meisten Fällen dazu gezwungen dass zu tun, wofür man vorgesehen war. Wahrscheinlich bezieht sich Berufung darauf. 

“Hey ruf mal den Peter, der soll den Müll raus bringen.” 

Also ist der Peter jetzt Müllmann. Er wurde ja schließlich dazu berufen. Eine nette Umschreibung für Zwang. Warum es dann allerdings nicht Bezwangung heisst, kann ich Euch auch nicht sagen. Ist vielleicht wie mit unserem Grundgesetz. “Die Würde des Menschen ist unantastbar”, sollte man auch nicht wortwörtlich nehmen. Außer vielleicht, man steht darauf verarscht zu werden.

Das erinnert mich an meine Kindheit. Damals wurde auch versucht mir jedes echte Interesse an etwas auszutreiben. Natürlich immer nur zu meinem eigenen Besten. Ob es darum ging, was ich anziehen wollte, was mir schmeckte und was eben nicht. Was ich lesen wollte (Hey Kids, kleiner Tipp am Rande: Laßt Euch nie von Eurem reaktionären Vater erwischen wenn Ihr de Sade lest. Der kann abgehen wie Schmidts Katze, kann ich Euch sagen. Und ich weiß wovon ich rede. Also besser ab unter die Decke damit. Aber natürlich trotzdem machen. Sonst werdet Ihr noch so wie Eure Alten. Und wer will das schon? Denn unter uns, die können ja für vieles gut sein. Als Vorbilder eignen sie sich nicht. Seht doch nur in was für eine Scheiße sie Euch gebracht haben.)

Also immer nur zu meinem Besten, ja klar. Wenn ich auf meinen Alten, die Lehrer oder irgendeinen anderen dieser anmaßenden Trottel gehört hätte, wäre ich heute einer von ihnen. 

SCHÖNEN DANK AUCH, BIN SCHON SATT!

So bleib ich lieber gar nichts. Hab ich wenigstens meine Ruhe.

“Hey, geh dem mal lieber aus dem Weg, der hat nicht mehr alle Tassen im Schrank!”

Cool dankeschön, absolut Deiner Meinung. Geh mir mal lieber wirklich aus dem Weg, denn ich habe allen Ernstes einen ordentlichen Hau weg. 

Denn wenn es dazu führt, dass ich den ein oder anderen Trottel nicht ertragen muss, so what?! Es soll mir recht sein. 

Also bin und bleibe ich ein Nichts. Am besten ein gar Nichts.

Und ich hoffe, dass ich mir das noch bis ans Ende meiner Tage bewahren kann.