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Es ist schon erstaunlich wie einfach es heute geworden ist, etwas das man erschaffen hat zu veröffentlichen. Und wenn man es nur auf seine Facebook oder Instagram oder sonst eine der vielfältigen sozialen Seiten läd. Und wie alles sich trotzdem immer einem Diktat des Verkaufes unterzuordnen hat. Zu jedem Zeitpunkt den potenziellen Kunden im Auge, der bereit sein könnte dafür zu zahlen. Oft noch lange, bevor sich überhaupt auch nur ein einziger Interessent dafür gefunden hat. 

Man sollte meinen, dass diese mannigfaltigen Möglichkeiten eine nie gekannte Freiheit ermöglichen würden. Aber dem ist so nicht. Vielmehr wird alles zu Content reduziert, ganz so, als ob die Dinge nur noch aus ihrem Schein bestehen dürften und der Inhalt dahinter zurück zu treten habe.

Ich denke dabei zum Beispiel an den neuen Youtube Algorithmus, der unabhängig des jeweiligen Wertes oder der Dringlichkeit dummdreist nach plumpen Indizien Ausschau hält, die irgendeinem potenziellen Werbepartner aufstoßen könnten. Und der dann alles unbarmherzig ausschließt, was nicht diesem primitiven Urteil stand hält.

Ich habe selbst den Fehler begangen, mich von diesem Diktat leiten zu lassen und habe dabei verdrängt, dass dieser Weg den Verlust der Integrität meiner Arbeit zur Folge hat. So wie es allerOrten heute stattfindet.

Wäre dies schon vor fünfzig Jahren so gewesen, es hätte so etwas wie den Rock ´n Roll nie gegeben. Alles was uns aus dieser Zeit geblieben wäre, wäre unsäglich flacher Schlager. Ein Ding wie das Andere, solange bis es bis zur Unerträglichkeit ausgelutscht ist, um dann von der nächsten, unverschämten Oberflächlichkeit abgelöst zu werden. 

Wenn es so weiter geht, bekommt demnächst derjenige den Nobelpreis der sich am meisten anzubiedern versteht. Unsere Kultur bleibt dabei auf der Strecke, wird erlegt und geschändet von einem dumpfen Mammon, der selbst über gar kein Wesen verfügt, sondern sich nur aus unserer Gier rekrutiert. 

Widerworte jedoch sind verboten. Sie schütten Sand ins Getriebe und behindern nur den reibungslosen Ablauf. 

In dieses makabere Spiel ist alles eingebunden. Die Presse, einst Garant für unsere Freiheit, hat sich schon lange kapern lassen von kommerziellen Interessen. Sie hatte sich angemaßt diesen Spagat vollbringen zu können und ist an diesem zerbrochen. Heute schnappt sie nur noch um sich, wenn sie berechtigte Kritik trifft und treibt alles was sich ihr in den Weg stellt in Richtung gefährlicher, rechter Gedanken und Strukturen.

Nein, ich werde mir mein Wort nicht weiter selbst verbieten. Dann schimpft mich ruhig Schimpf und Schande und überschüttet mich mit eurer infarmen Verlogenheit. Aber ich will endlich wieder einmal in den Spiegel sehen können, ohne mich vor mir selbst zu schämen. 

Die Welt da draussen ist am Ende das, was wir aus ihr machen. So wie nur wir selbst Hüter unseres Geistes sein können und diese Verantwortung nicht übergeben dürfen an die Wucht der aktuellen Wellen. 

Es ist gerade einmal einige Jahrzehnte her, da hätten wir lernen müssen, dass Freiheit ein unbequemes Gut sein muss und man sie schützen sollte, gerade auch vor den Dämonen die sich ein bequemes und privilegiertes Leben nennen.

Man braucht nur an irgendeinen dieser Orte gehen, wo sich gerade der Pöpel des Angesagten herum treibt um zu sehen wie verbrannt Erde sein kann. Zertreten unter den abertausenden Füßen die sich der Werte nur bedienen, auf die sie sich berufen. 

Eine der größten Gefahren eines jeden Einzelnen, ist die eigene Eitelkeit. Die den Blick verstellt auf das was um einen herum geschieht und vor allem dem, was man im Herzen trägt. Kein Wunder dass dabei perverse Abnormitäten herauskommen wie wir es in den USA gerade erleben. Das mächtigste Land gelenkt vom entwurzelsten Irren. 

Aber auch wir müssen uns hier an unsere eigene Nase greifen, solange wir sie noch haben. Denn die kommenden Generationen werden uns entsetzt fragen, wie wir, wieder einmal, nicht sehen konnten, was klar umrissen und erkennbar auf uns zukam. Und wie wir den Ernst der Lage dadurch verspotteten, dass wir nichts besseres zu tun fanden, als mit unseren Fingern auf den jeweils anderen zu zeigen. 

“Hier ist die Sau. Verbrennt sie, dann ist wieder Ruhe”, nimmt der altbekannte Irrsinn seinen Lauf und schickt sich wieder einmal an ohne jede Notwendigkeit zu zerstören. Und das was daran glauben muss ist immer zuerst das Reine. Da es sich am wenigsten in Schutz nehmen kann vor dem Schmutz der über es hereinfällt wie eine wilde, zügellose Bestie.