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Es gibt einfach Tage, die sind so ergiebig, dass ich selbst als Atheist geneigt bin, an etwas Übernatürliches zu glauben.  Dabei biedern sich diese Tage nie an. Es kommt einfach, ohne dass man es gedacht hätte und plötzlich wird aus einem vermeintlichen Fehltritt, ein unerwartet großer Gewinn. So ging es mir heute morgen.

Ich hatte die Nacht über durchgeschrieben. Gegen zwei Uhr versuchte ich zwar kurz einzuschlafen, was mir aber nicht gelingen wollte. Vor allem deshalb, da ich diese Sache mit meinem Vater immer noch nicht geklärt hatte. Nennen wir es Ram Dösigkeit, oder geben wir dem Unvermögen eine andere Bezeichnung; unterm Strich läuft es aufs Selbe raus.  Es ist wie es ist. Ich hatte im Laufe des vorherigen Jahres circa zwanzig Briefe an meinen Erzeuger geschrieben, die so in etwa zwischen “soll der Teufel Dich holen” und “ich grolle Dir nicht, werde mich aber nicht mehr mit Dir herum schlagen”, lagen. Abgeschickt hatte ich jedoch keinen von Ihnen.

Denn das ist nun einmal ein wirkliches Problem. Wenn man offen die Beziehung mit jemandem beendet und ihm gerade noch zum Abschied eins mit auf den Weg gibt, dann sollte man sich sicher sein, nicht einige Zeit später den Schwanz einzuziehen. Das wäre als drohst du jemandem ihm aufs Maul zu hauen und versuchst Dich dann mit einer Verwechslung heraus zu reden. 

Lass es bleiben. Das wird Dir, so oder so, nicht bekommen. Wenn du deine Waffe ziehst, dann drück auch den Abzug. Ansonsten laß sie stecken und mache bloß nicht die Pferde scheu; sie könnten schließlich durchgehen.

Gegen sieben Uhr war es dann soweit. Ich hatte das Schreiben Nummer 23, oder so, fertig und einen Moment den Arsch zusammen gekniffen und das Ding per Mail raus gehauen. Puh, weg war der Dreck. Aber was hatte es mir so schwer gemacht? Schließlich hatte ich den großen Teil meiner Kindheit damit verbracht, mir jeden Abend beim Einschlafen, wie ein Mantra, zu schwören ihn zu töten, wenn ich alt genug dafür sei. Alleine schon um diese Zitteranfälle los zu werden, die jedes mal von mir Besitz ergriffen, wenn ich ihn, in seinem beschissenen VW Käfer kommen hörte. 

So machen als ob ich schlafe. Dann den Moment hinter mich bringen, wenn er in unser Zimmer kommt um gute Nacht zu sagen. Spar Dir Deine gute Nacht. Verrecke Du dämlicher Wichser!

Dabei war das noch Jahre vor dem Vorfall gewesen als er mich zum ersten Mal mit einer seiner Dienstwaffen bedroht hatte. Ich hinterlistiger Verbrecher hatte 50,- DM gefunden und diese behalten und noch dazu mit größter Lust und keinerlei schlechtem Gewissen verbraten,  anstatt in die Schule zu gehen. 

Also, wenn man solch einem hoch kriminellen Stück Scheiße wie ich es damals schon war nicht einmal gepflegt die Knarre an den Kopf halten konnte, was durfte man denn dann sonst noch tun? Gerade unter der Prämisse, dass mein Vater nicht irgendwer, sondern eine hohe Respektsperson im Dorf war. So gesehen hatte er ja förmlich die Pflicht dies zu tun. Koste es was es wolle. Und wenn die kleine Drecksau dabei drauf geht; er hat es schließlich darauf angelegt.

-Schieß gefälligst auch, wenn Du die Knarre ziehst –

Es ergaben sich zwei weitere Gelegenheiten. Diesmal war seine Walther Pistole das Mittel der Wahl. Gute deutsche Qualitätsarbeit. PPK. Polizei Pistole Kriminal. Dabei war der Typ doch gar kein Bulle. Man sollte meinen, dass diese Dinger so präzise wären, dass man gar nicht damit vorbei schiessen kann. Insbesondere wenn man direkt vor dem Übeltäter steht. Aber auch diese beiden Male hatte er komplett versagt und nicht einmal das hinbekommen.

  • SCHIESS GEFÄLLIGST AUCH; WENN DU DIE KNARRE ZIEHST –

Was ich damals so Schlimmes ausgefressen hatte, weiß ich nicht mehr. Irgendeine dreiste Lüge meinerseits, oder so. Und jetzt habt Ihr mich an der Backe! Man sollte doch meinen, dass solch ein Versagen, dazu gleich dreiMal begangen, es einfach machen müsste, solch einen nutzlosen Versager in die Wüste zu schicken. 

Tja Scheiße, es ist jetzt 17:34 Uhr, ich habe immer noch nicht geschlafen und meine Rache fühlt sich ziemlich hohl an. Aber ich habe es eben auch mal wieder vergeigt. Wäre ich ein paar Jahre früher dran gewesen, dann wäre seine Tat noch nicht verjährt. Nun aber, nachdem ich endlich meinen nutzlosen Schmarozerarsch hoch bekommen habe, ist die Rache nicht süß, sondern widerlich abgestanden. Wie ein schales Bier nicht mehr erfrischen kann, die Party ihren Höhepunkt weit hinter sich gelassen hat, wenn die Lampen angehen und die Typen mit den Besen kommen und wie ein Wal zum Kotzen stinkt, wenn es ihn an Land getrieben hat und der Blubber aus ihm heraus zu quellen beginnt.

  • schiess gefälligst auch, wenn du die knarre ziehst –

Wenn ich schon nicht schlafen konnte, am frühen morgen. Und wenn die Rache zwar zu spät, aber immerhin überhaupt einmal kam. Dann konnte ich die Zeit auch nutzen etwas Werbung für meinen Blog zu machen. Denn ja, während ich über 30 Jahre alles weg geschmissen habe, kaum dass ich damit fertig war, hat mich der Wahnsinn nun vollends ereilt und dazu geführt, dass ich diesen gemeingefährlichen Scheiss nicht nur unter die Leute bringe, sondern auch noch bewerbe. Wie kann man nur seine Werte so sehr mit Füßen treten? Schließlich war ich mir doch sicher gewesen den Fehler Kafkas nicht zu wiederholen. 

  • Traue niemandem, wenn Du willst dass Deine Bücher vernichtet werden. Verbrenne sie selbst  –

Verbrennen ist ja heute nicht mehr. Eine Festplatte brennt ganz beschissen. Kein lustiges Hakenkreuz Vergnügen. “Wollen sie wirklich löschen?” Verdammt, wie unromantisch ist das denn??? 

Als ich mit Anfang 20 alle meine bis dato geschriebenen Gedichte verbrannte, brauchte ich noch eine ganze Weile dazu. Eben weil es viele waren. Heute passen nahezu unendlich viele davon auf eine durchschnittliche HD und alles ist mit maximal 2 klicks gelöscht. 

“Äh, Chef?! Die Daten sind schon alle gelöscht.”

“Wie, die Daten sind schon alle gelöscht??? Aber wir sind doch noch gar nicht durch. Da kommen doch noch Sieben.”

“Tja, das tut mir ja wirklich leid, aber so ist die moderne Technik.”

“Aber irgendwas muss doch noch da sein, dass wir löschen können?!”

“Nein, ich befürchte es ist alles weg.”

“Diese ganzen schändlichen Schriften in gerade mal zehn Sekunden?”

“Offen gesagt hat es sogar nur 3 Sekunden gedauert. Ich hatte mich nur zuerst nicht getraut etwas zu sagen”

“3 Sekunden?”

“3 Sekunden!”

“Kein Irrtum möglich?”

“Ich befürchte nicht”

“Und was sollen wir jetzt den Leuten sagen? Ich meine, wir haben einen ziemlichen Aufriss wegen dieser Sache veranstaltet. Ob der Führer davon weiß?.”

“Unwahrscheinlich. Der kann keine externe Festplatte anschließen. Sie wissen schon, dass Alter.”

“Oh ja, ich verstehe. Ist eben eher was für junge Leute.”

“Ähm, stimmt wohl.”

“Dann war es das jetzt hier?”

“Sieht ganz so aus. das heisst, wir hätten, streng genommen, noch eine HD mit Ausgaben des Stürmers drauf. Ist dem Müller Franz seine. Hat er sich vom Huber Klaus kopiert.”

“Aber merken die dass denn nicht. Sind doch tausende Leute da. Alle richtig schön aufgeheizt. Nicht das die uns durchdrehen, wenn sie den Schwindel mitkriegen.”

“Ich glaube die Gefahr ist größer, dass sie durchdrehen, wenn wir jetzt die Party beenden. Außerdem kann sowieso keiner von denen lesen.”

“Echt, die können alle nicht einmal lesen? Das kann doch gar nicht sein?!”

“Würden die sonst diese Bücher löschen wollen? Wer löscht denn “Im Westen nichts Neues”, wenn ihm dafür nur sowas wie der Stürmer bleibt?”

“Analphabeten. Im Stürmer gibts Bilder.”

“Sag ich doch”

“Also, her mit dem anderen Ding. Wir löschen jetzt einfach irgendwas. Hauptsache Horroshow.”

“Sie wissen wie man eine Party feiert.”

“Ich bin auch in der 8 Generation Deutsch.”

“Kein Wunder.”

Ach, Festplatten verbrennen ist Scheisse. Das wäre wie die Kreuzigung Christies als CGI Animation. Irgendwann muss auch mal Schluß sein. Sonst wird man am Ende nicht mal mehr ernst genommen. Und das will ich mir gar nicht erst vorstellen. Ein Wichtigtuer den keiner ernst nimmt. Das wäre ja wie ein Intellektueller ohne schwarzen Anzug. Das geht nicht. Das darf nicht. Das ist nicht. Hat nicht zu sein. Nein!

Zurück zur Werbung, es muss leider sein. Schließlich sind wir doch alle brave NeoNeoNazis. Volk und Heimat ersetzt durch Leistung und Produktivität. Der selbe Wahnsinn mit anderen Vorzeichen. Damals ging es um die Rasse, heute darf sich niemand mehr aus dieser Sache raus halten. Egal ob er aus dem Kongo oder aus Luxemburg stammt. Für das 4. Reich sind Rassen nur Ballast. Jeder der Leistung bringen kann, kommt an die Front. Alle anderen werden nun nicht mehr vergast. Zu teuer. Beschissene Public Relation. Lieber diffamieren, ausgrenzen und seine Menschlichkeit in den Vordergrund rücken. Diese erbärmlichen Arbeitslosen Wichser. Eigentlich gehören sie in die Kammern. Aber wir sind ja jetzt zivilisiert. Da wird man sensibler in solchen Dingen. 

Die ärmsten haben natürlich Corona am meisten am Arsch und es wäre am günstigsten Diesen etwas zuzustecken. Drauf geschissen. Die Wirtschaft hat Hunger. Das 4. Reich fordert seinen Tribut. Diese elenden Nestbeschmutzer machen es sich zu einfach. 

  • Dieser arme, menschliche Abfall soll gefälligst froh sein, dass er nicht verhungern muss. Ist doch völlig egal, dass andere gar nichts mehr wissen wohin mit ihren Überschüssen. Hier zählt das Leistungsprinzip und nicht dieser beschissene Humanismus. Der hört sich gut an. Die Würde des Menschen ist unantastbar. Auch schön. Vor zwei Monaten hatte ich ganze 2 Wochen nichts zu essen. Kann aber nicht sein. Irgendein Heidrich Nachfolger hat es doch genau ausgerechnet. War sowieso viel zu fett. Am oberen Ende des Idealbereichs. Ich sollte dankbar sein. Fasten ist Kur. Die Würde des Menschen ist unantastbar und Friedrich Merz erhält ein Durchschnittseinkommen. 

Dirty Harry hat recht. Ich habe es zu lange nicht verstanden. Der Zyniker weiss dass alles vor die Hunde geht, steht aber mit einer unbändigen Lebensfreude auf.

Es geht los. Ich beginne den Groove zu fühlen. Und jetzt auf zur Mobilmachung. Irgendwie etwas Geld zur Seite bringen. Dann fliegen. So viel man kann. Aber nur mit den ganz alten Maschinen. Je höher der Verbrauch, desto größer die Freude. Leidensgenossen einsammeln. Aluhüte aufsetzen. Scheißegal unser Vermögen ist, dass wir nichts mehr zu verlieren haben. CDU wählen. Oder besser noch FDP. Völlige Freiheit für den Wirtschafts Apparat. Keine Auflagen. Scheiß auf die Umwelt. Die wird dieses kleine Intermezzo überleben. Aber das Gesicht der Vielfraße, wenn die Flut an ihre fetten Waden klatscht. Panik sich breit macht. Und die unbarmherzige Einsicht: Scheiße auch wir sind nur bescheuerte Menschen und wenn der Planet abschmiert, schmieren wir mit. Die größte Show der Menschheitsgeschichte bloß nicht verpassen. Kurz vor 12 anheuern bei einem der Völler. Hauptsache Job, keine Entlohnung nötig. Ich möchte nur sehen wie ihr ebenfalls verreckt. Ist mir bezahlung genug. Ich soll Dir Deinen dreckigen Arsch sauber lecken? Hast Dich vor Angst ganz stinkig gemacht? Kein Problem, ich bin für Dich da. Und da kommt die Flut und sie steigt. Erst die fetten Füße, dann die häßlichen Waden. Keine Sorge, das ganze Gummi in den Titten sorgt für Auftrieb. Kannst Du die Show noch was länger genießen. Noch eine Portion mehr Panik? Gerne doch. Ist reichlich da. Dieses Mal wird wirklich jeder satt. Die Würde des Menschen ist unantastbar.

  • Der Mensch muss sich seine Würde erst einmal leisten können. Keine Leistung, keine Würde. Die schönen Worte gibts gratis. Balsam für die Seele. Lenkt einen Moment ab vom hungrigen Bauch.

Keine Ahnung wie viele alleine in Berlin von der Tafel abhängig sind. Corona hat es unterbunden. Irgendeiner dieser professionellen Lügenbarone steht vor der Kamera. 

“Die Menschen müssen hier nicht hungern. Alles Unsinn. Heidrich der Neue hats berechnet. Zudem ist die Würde des Menschen unantastbar. Unser wunderbares Grundgesetz. Bla, bla, bla…”

Kein amerikanischer Präsident hat so viel für die Schwarzen getan wie Donald Trump. Wieso die Wirklichkeit bemühen wenn sowieso alles vollkommen egal geworden ist. Es funktioniert doch offensichtlich auch so. Als ob wir hier nicht am großen Finale beteiligt wären. Wir legen aber Wert auf Stil. Wenn schon zum Klo runter, dann wenigstens gut gekleidet.

“Hier muss niemand hungern.” Scheiße muss ich dämlich sein. Gerade mal zwei Wochen her, dass der Teller voll war und ich verspüre welchen. 

Die Würde des Menschen ist unantastbar. Scheiße, jetzt habe ich mir vor lauter lachen in die Hose gepisst. Ich liebe unser Grundgesetz. Diesem Schriftstück ist nicht einmal ein Tucholski gewachsen. Erzähl mir mal einen Witz mit sechs Worten.

Verdammt, bin ich jetzt ein Terrorist? Hab ich gerade wirklich gegen den ersten Paragraphen des Grundgesetzes gewettert. 

DER LIEBE GOTT HAT MARIA GEFICKT. JOSEPH IST EIN CUCKOLD

Scheisse, hilft alles nichts. Alles zu spät. Gott darf tot sein. Das Grundgesetz aber kein Witz. Das geht nicht. Immerhin gehe ich schon nicht mehr wählen. Ist das denn nicht genug Schändlichkeit auf einmal? 

Ob es was hilft wenn ich nochmal hingehe? Ob ich damit was raus reißen kann? Gab es da nicht einmal ein Feld dass man frei ausfüllen konnte? Ich habe nicht die geringste Ahnung. Ich war erst einmal wählen. Zu lange her. Am Stammtisch, der Abend zuvor. “Hast DU schon DAS gehört? In der Bild stand dass … Freie Meinungsbildung abgeschlossen. Ab zur Wahlkabine. Kreuz machen. Man hat sich seine Meinung gebildet. Was will man mehr? 

  • Ein Hoch auf die Demokratie!!!

Wir müssen sie schützen, mit allem was wir haben.

Aber was schreib ich rein, falls es das  Feld noch gibt? Addi 2.0 HURRA!!! Bin ich dann ein Nazi. Hab schließlich schon kurze Haare. Ist kein weiter Weg; von dort aus. 

Ist so eine  blasphemische Scheiße durch die Kunstfreiheit gedeckt? Oder muss sich die Kanzlerin jetzt schon wieder für einen ihrer freien Bürger beim Irren vom Bosporus entschuldigen. 

“Ja, ich weiß schon. Dass mit der Kunstfreiheit ist so ein Ding hier. Aber ist am Ende wie das Ding mit der Würde. Hört sich gut an. Muss man es sich aber leisten können. Ebenso wie sein Recht. Ist natürlich auch alles fair. Macht keinen Unterschied ob man mit einem guten Anwalt, oder alleine in den einen Anzug eingeklemmt kommt. Oder gar in Jogginghosen. 

Bei uns sind natürlich nicht alle gleichberechtigt. Jedem der bereit ist bis zwei zu zählen fällt das sofort auf. Es macht sich nur kaum einer die Mühe. Also nicht so eng sehen. Wie wärs mit ner neuen Fuhre Leopard? Natürlich nur für humanistische Zwecke. Stecken Sie doch eine Blume ins Kanonenrohr. Oh Mist, das war zuviel. Hab mir gerade in meinen Schlüpfer gestrullert. Wo war nochmal das Klo?”

Die arme Merkel. Und das alles nur wegen mir. 

Ich fordere die Todesstrafe für mich. Kann man danach ja wieder abschaffen. Zählt eh keiner mit und die die es doch tun, erkennen sehr schnell: Ein armes Schwein weniger. Was soll die Aufregung? 

Aber hey, zurück zum Hauptstrang der Geschichte. Marketing, Blog, Literatur, Erfolg, Kohle, geile Weiber, mannigfaltige Urlaube. Endlich jemand sein. Einer der Guten. Leistungsbereit.

LEISTUNG HEIL!

In einem Literaturforum angemeldet. Jeder kann seinen Senf dazu geben. Der Text wurde nicht anerkannt. Zu viele Fehler. Inhalt nebensächlich. Zu schwer zu lesen. Mehr Gefälligkeit, bitteschön. Wir sind hier schließlich in Deutschland. Führen zwar nicht mehr die weltweite Literaturszene an, aber wenn schon belangslos, dann wenigstens ohne Fehler. 

Was habe ich meinem Werk nur angetan? Hab die Einfachste geschickt. War zu schwer. Hätte einen Text wie den hier schicken sollen. Inklusive meiner Adresse. Würden dann wahrscheinlich schon mit brennenden Fackeln und Teer vor meiner Tür stehen. 

“Da ist er, der Frevler. Holt Euch die Sau! Der Typ scheißt auf Rechtschreibung”

Verdammt, ich hätte es verdient. Bin ganz freundlich geblieben. Dabei hätte sich die Erde dort extrem zum verbrennen geeignet. Schwerstgradige Beleidigungen.

“Ich habe eine Eurer Geschichten überflogen. Keins der Worte wert. Scheißegal ob Fehlerfrei. Ihr armseligen Arschkriecher. Content Deppen. Ein feiger Schriftsteller ist ein beschissener Autor. Wenn er sogar schon vor dämlichen möchtegern Deutschlehrern den Schwanz einzieht.”

Statt dessen ein Haufen verlogener Nettigkeit. “Löscht doch bitte mein Konto bei Euch. Hab die Funktion auf Eurer Seite nicht finden können. Danke und noch alles Gute.”

Aber selbst dran Schuld. Was hab ich mir auch nur dabei gedacht. Veröffentlichen muss doch nicht gleich bedeuten, dass man bis zum Dünndarm eindringt. Du dämlicher Wichser. Stell Dir mal vor, sie hätten die Geschichte veröffentlicht?! 

“Ich finde das ..” “Und ich denke dass jenes” “Aus meiner Sicht …”

Wäre cool gewesen. Wie lange hätte ich es geschafft Gefällig zu sein? Wann hätte ich die Nerven verloren und wäre den Idioten dort an den Hals gegangen? Schwerste Beleidigungen! 

“Ich habe Überschriften, die sind mehr wert als all Eure einfältige Kacke zusammen.”

Scheiße, war das jetzt richtig geschriében? Mache ich es vielleicht irgendjemandem zu schwer? Zu ungewohnt? Zuviel Blasphemie dem Produkt gegenüber? Nicht genug gebuckelt für den Applaus? 

Was soll ich mit Applaus? Was soll der Drang nach Zuspruch? Habe ich nicht gerade deshalb nie etwas veröffentlicht? Selbst damals, als ich ein Angebot eines Verlages hatte? Weil mir klar war, dass der Applaus die Droge sein würde, die mich vollends vereinnahmt und süchtig macht? Gefällig macht? Flach macht? Belanglos macht? Hab ich mir nicht geschworen, dass ich entweder der wichtigste deutsche Schriftsteller sein will, oder in Schimpf und Schande unterzugehen bereit bin? 

Was war da noch mal, und vor allen Dingen: Wer hat das gerade gesagt? War ich das? Derjenige, der all seine Werke verbrannt hat, obwohl er noch furchtbar jung ein Angebot hatte, dass er hätte nicht ablehnen dürfen? Und das nur, weil er gemerkt hat, dass sein Stil schon von einem Anderen vollendet worden war? Hatte ich nicht die wichtigste Förderung meines Bundeslandes mit Füßen getreten, weil sie sich erdreisteten mich um eine Veröffentlichung zu bitten? 

“Wie, Du bist nicht von Suhrkamp? Dann verpiß Dich! Was willst Du von mir?”

Grenzenloser Größenwahn. Irre. Anmaßend als wenn es eine Medaille dafür gäbe. 

Hieß nicht das Credo: Ich gegen die ganze Welt? Und bin ich nicht endlich wieder an dem Punkt angelangt, dass ich mich diesem Wahnsinn zu übergeben bereit bin?

Alles oder Nichts und auf keinen Fall etwas dazwischen!

Ich bin endlich wieder Ich. Jahrzehnte mit dieser furchtbaren Krankheit. Die mich Tag ein Tag aus gequält hat und mir ein Leben nur unter ständigem Einfluss billiger Drogen ermöglichte.

Ja, ich bin wohl wieder da. 

Ist mir offen gesagt scheiß egal, ob Dir mein Text zu schwer zu lesen ist. 

Wenn dem so ist, dann geh woanders hin.

Hier bist Du direkt an der Frontlinie. Eines Spinners der zerschunden ist und pleite. Seit Jahren Arbeitslos und für nichts zu gebrauchen, als sich auf die Suche nach der Essenz des Wahnsinns zu machen, der uns umgibt.

Das hier ist alles. Nur nicht der Ort der schönen Worte und der wird es auch niemals werden.