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Wir befinden uns, wahrscheinlich, am Anfang der Corona Krise, oder Covid 19, wie der Virus mit Vornamen zu heißen scheint. Von jetzt auf gleich ist so viel Ruhe in unser Leben getreten, wie ich dies zuvor nicht für möglich gehalten hätte. Dabei hat sich für mich nur wenig verändert. Mein Leben ist nur sehr am Rande davon betroffen. Ich bin schon vorher meinen Mitmenschen lieber aus dem Weg gegangen. Zumindest wenn sich eine Chance dafür bot. 

Aber jetzt scheinen alle Anderen meinem Beispiel zu folgen. Sie treibt jedoch nicht die Vernunft, sondern nur eine diffuse Panik vor sich her. Es ist gerade einmal wenige Wochen her, da wurde uns noch eingebläut, dass rein gar keine Gefahr bestehen würde. Und kurze Zeit später verbreiten die gleichen Quellen eine Panik, als ob die Welt untergehen würde. 

“Macht Euch mal nicht zu viele Sorgen, Unkraut vergeht nicht so schnell”, möchte ich meinen Mitmenschen zurufen. Aber einen Schrei der so laut wäre, dass ich Diese erreiche, bringe ich nicht hervor. 

Im Grunde genommen könnten wir die Gelegenheit als Chance nutzen unser angeschlagenes System auf Vordermann zu bringen. Aber ich hege keinen Zweifel daran, dass bei der erstbesten Gelegenheit alles so weitergehen wird wie bisher. Die selben offensichtlichen Schwachstellen, das gleiche verlogene Gehabe. Der Mensch wird sich leider treu darin bleiben ein Vollidiot zu sein. Schließlich kann man schon jetzt sehr genau beobachten wie sich wieder die Hyänen der politischen Kasten in Stellung bringen, um ihren Vorteil aus dem Trubel zu ziehen. Die selben unfähigen Egoisten, denen wir es zu verdanken haben, dass es überhaupt soweit gekommen ist, haben sich, zumindest zu Teilen schon, als Retter inszeniert. Und die die dies noch nicht getan haben werden folgen.

Eins und Eins ergibt, gerade im politischen Umfeld, erschreckend selten Zwei. Und auch im wirtschaftlichen Bereich sieht es nicht besser aus. Irgendjemand wird auch hier profitieren. Vom mannigfaltigen Zergehen, dass gerade ansteht.

Selbst in der letzten großen Finanzkrise wurden manche Taschen gefüllt, als ob es eine Zeit des unglaublichen Aufschwungs wäre. Irgendwer frisst immer und irgendwer wird immer gefressen. Diesbezüglich sind wir sehr natürliche Wesen. 

Da sie gerade dringend gebraucht werden, wird zur Zeit ein Hohelied auf die Pflegekräfte gesungen. Vorher konnten sie sehen wo sie bleiben und ich zweifle nicht im Geringsten daran, dass sie es danach auch wieder werden tun können. Dankbarkeit ist ein sehr vergängliches Gefühl. Und Respekt eine reine Notwendigkeit. 

“Nach dieser Krise wird nichts mehr so sein wie zuvor!” 

Echt jetzt? Und was wird sich ändern? Werden wir aufhören uns wie Vollidioten aufzuführen? Ich würde ja gerne lachen, aber das bleibt mir in diesem Kontext im Hals stecken. Sobald die Scherben zur Seite gekehrt sein werden, wird alles irgendwie wieder beim Alten sein. Zwar werden die einen Pleite gehen, dafür werden andere umso reicher werden. Und es wird  immer noch dieselbe art von Mensch sein, die sich über die Anderen erhebt und mit ihnen Schlitten fährt. 

Dafür bräuchte es schon weit mehr, als ein paar tausend Tote. Selbst die Millionen des letzten Weltkrieges haben nicht im Ansatz gereicht, den Menschen nachhaltig friedlich zu bekommen. Er eignet sich offensichtlich nicht dazu, die Vernunft vor die Gier zu stellen. Sättigung ist ein Zustand, der nur sehr temporär eintritt. Und wenn alle Stricke reissen, dann wird sich eben der Finger in den Hals gesteckt und weiter gehts.

Nun fangen sie an für ihre Freiheit zu demonstrieren. Was für ein erbärmlicher Witz. Sie kennen nur die Freiheit des Konsums und der oberflächlichen Zerstreuung. Echte Freiheit fängt im Kopf an und hört dort auch wieder auf. Alles andere ist hedonistisches Gehabe. Eine einzige makabere Show der inhaltsleeren Eitelkeiten. 

Guten Morgen Mensch, erwache. Und kehre zurück in dein profanes Nichts. Das am Ende doch nur aus Fressen und Scheissen besteht und aus einem Orkan an Getöse, der von diesem Umstand abzulenkt. Wer braucht denn schon Vernunft, wenn ihm die Ohren klingeln? Wenn die Eier zum bersten gefüllt und die Mäuler weit aufgerissen sind? 

Der Mensch braucht kein Grundrecht auf Freiheit. Er braucht nur den Hunger, der niemals gestillt wird und der ihn ausreichend von sich selbst ablenkt. 

Macht Euch keine Sorgen da draussen. Ihr werdet morgen die gleichen Arschlöcher sein, die ihr gestern ward. Darauf dürft ihr vertrauen, wie auf das Amen in der Kirche. Solange wie auch noch der letzte Tropf in Versuchung geführt werden kann, wird er dieser erliegen. Bereitwillig und anbiedernd, frei von jeder wirklichen Nachhaltigkeit. 

Auch Du Greta wirst älter werden. Und die Wahrscheinlich dass Du nicht Deine Ideale für Deinen persönlichen Vorteil über Bord werfen wirst, ist verschwindend gering. Wir wollten alle die Welt von Unbill befreien und sind am Ende an uns selbst gescheitert. Erst erhoben wir unsere Finger, dann fingen wir an sie abzuschlagen. 

Wo Resignation zur Vernunft wird, entsteht aus einem Kind ein mündiger Mensch. Der sich damit abgefunden hat, dass es Kohle immer nur für Gehorsam geben wird. Tja meine Liebe, das wird auch Dein Schicksal sein, wenn Du Dich fragen wirst, warum ausgerechnet Du verzichten solltest, wenn andere dies nicht tun.

Nein, der Virus hat uns bei den Eiern. Genießen wir die Ruhe vor dem nächsten Sturm.