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Die Alte geht mir auf den Sack! Und wie sie mir auf den Sack geht. Ich höre mir nun schon seit über einer Stunde ihre Cliches zum Thema Geschlechterkampf an und der einzige Grund warum ich nicht schon längst weg bin, ist eine art von verquerer Ansicht von Kinderstube, derer ich mich gerade nicht entledigen kann. Zuhören tue ich schon seit einer ganzen Weile nicht mehr. Ich nicke, stimme ihr zu und denke währenddessen an die süße Kellnerin, die hin und wieder vorbeikommt um zu fragen, ob wir noch etwas haben wollen.

“Ja, da gäbe es schon etwas. Haben Sie zufällig eine überdimensionierte Fliegenklatsche zur Hand? Mir sitzt solch ein penetrantes Exemplar gegenüber und raubt mir den letzten Nerv”, möchte ich ihr gerne sagen. Aber ich schüttle natürlich meinen Kopf und verneine höflich. Nein, alles noch zum Besten.

Schade dass ich nicht mehr trinke. Heute wäre der ideale Zeitpunkt sich so richtig weg zu schießen. Aber ich habe kein Interesse die folgenden Tage mit den Nachwirkungen zu kämpfen. Irgendwann muss sich die Alte sich ja mal ausgepowert haben. Außerdem schätze ich, dass sie morgen arbeiten muss. Das scheint mir der kleinere Schmerz zu sein.

Ich verfluche, dass ich keine dieser Apps installiert habe, die auf verdeckten Druck einen Scheinanruf initiieren. 

“Sorry, war die Firma. Sie brennt. Ich muss da dringend hin. War wirklich interessant, laß uns ein anderes Mal weiter machen.” 

Dann Nummern austauschen. Natürlich die Falsche. Aber nur eine Zahl verdrehen, damit ich mich rausreden kann, wenn sie es gleich an Ort und Stelle probiert. Oh Mann, das wäre jetzt was. Aber ich habe leider keine solche App, da ich nicht damit gerechnet habe sie zu brauchen.

Die muss doch irgendwann mal fertig werden mit dem Unsinn den sie von sich gibt. 

Ich würde sie am liebsten so laut anschreien wie ich nur kann. Ihr sagen, dass ich im Gegensatz zu ihr  noch die Zeiten mitbekommen habe, wo Frauen nur die Rolle als Heimchen am Herd zugedacht war. Nicht weil ich schon so alt wäre, sondern weil ich aus einem Kaff komme, indem sich Hund und Katz gute Nacht sagen. Und wie mich dieser Umstand früher angekotzt hat. Und das ich so ziemlich der Einzige war den ich kannte und dem es so ging. Weil die Herde der Schafe immer erst retrospektiv ihr Geblöke zum Besten gibt. Die Frauen selbst hatten mich zu der Zeit meist blöde angesehen, wenn ich ihnen vorsichtig auf den Zahn zu fühlen versucht habe, wie sie die beschissenen Umstände nur ertragen können und warum sie nicht einfach in das Essen ihrer bescheuerten Männer rein scheissen oder es, noch besser, gleich vergiften.

Nein, diese Form der Unterdrückung hat diese blöde Kuh nie erlebt. Sie weiss noch einmal am Rande wovon sie spricht. Das zeigen auch ihre Argumente. Manchmal denke ich mir, dass ich der oder dem welcher mir als Nächstes mit der Leier kommt, dass Frauen signifikant in Führungspositionen unterrepräsentiert wären, die Zähne ausschlage. Ein überraschender Haken und dann nachsetzen was das Zeug hält. Als ob diese Idioten jemals in die Verlegenheit kämen von diesem Dilemma betroffen zu sein. Trotzdem machen sie sich zum Erfüllungsgehilfen der Eliten denen sie sowieso scheißegal sind. Ob diese nun weiblichen oder männlichen Geschlechts sind. Schlagt ihnen alle die Köpfe ab, dann ist Ruhe. Das ist, was ich zu der Sache zu sagen habe. Ob ein Arschloch eine Votze oder einen Schwanz hat. Wo soll denn da der Unterschied sein? Worauf spekulieren die? Auf einen weiblichen Hitler? Sollten die sich nicht eher darüber freuen, dass es wahrscheinlich weniger weibliche gemeingefährliche Irre gibt als männliche? Nein, sie fordern lieber aus Prinzip die Quote ohne ihren Verstand zu nutzen.

Wenn ich mir alleine vor Augen führe, dass diese Dorfdeppin mit Titten die mir da gegenüber sitzt so sehr geschminkt ist, dass ich nicht mit Sicherheit sagen kann, welche Hautfarbe sie hat und dass sie an ihren Füßen Schuhe trägt die jeden Gehapparat alleine schon vom Anschauen ruinieren, dann wird mit bei so viel unverfrorener Unreflektiertheit regelrecht schlecht. 

“Wie wärs denn wenn Du zumindest mal aufhören würdest Dich selbst zum Objekt zu machen, du dämliche Kuh”, würde ich ihr am liebsten sagen. Aber die verlogene Antwort die mich auf diese Frage erwarten würde kenne ich zur Genüge. Letzten Endes läuft es immer darauf hinaus, dass mir jemand die Quadratur des Kreises für möglich erklären will.

HERRGOTT LASS HIRN VOM HIMMEL REGNEN ODER SCHICK UNS ZUMINDEST ENDLICH EINEN ASTEROIDEN DER SCHLUSS MACHT MIT DIESEM UNSINN. DU SIEHST DOCH DASS WIR ES NICHT AUF DIE REIHE KRIEGEN!!!

Aber stimmt ja nicht. Schließlich sind wir gerade innig damit beschäftigt uns selbst aus der Welt zu schaffen. Was habe ich nur verbrochen hier eingeklemmt zwischen gehirnamputierten Machos und nicht minder dämlichen pseudo Emanzen zu stecken? Wo zum Teufel ist der Sack in den man die alle rein stecken kann, damit sie sich gegenseitig ihre Köpfe einschlagen und somit das Problem aus der Welt räumen. Weiblich, Männlich, Rechts, Links, Gläubig, Atheistisch, Weiß, Schwarz. Ich bin umringt von Gräben, voll gepackt mit Wahnsinnigen die sich keine Gelegenheit entgehen lassen, sich gegenseitig an den Hals zu gehen. Ich hätte meinen Kindheitstraum wahr werden lassen sollen. Ich alleine irgendwo in einem Wald im tiefen Kanada, hunderte Kilometer um mich herum kein anderer Mensch.

Aber dafür hat mir offensichtlich das Rückgrat gefehlt. Bei wem will ich mich also beschweren? 

Endlich ist sie soweit und will gehen. Ich seufze so laut, dass sie mich ganz verwundert ansieht. Ich ziehe mir irgendeine Ausrede aus den Fingern, die ich in dem Moment schon wieder vergesse, indem ich sie hervorgebracht habe. 

Dann stehen wir vor der Tür. “Und jetzt?”, säuselt sie mich an und macht ein Gesicht, als hätte sie zu viele billige Romanzen konsumiert.

Was jetzt? Du denkst doch hoffentlich nicht wirklich dass ich mit dir ins Bett steige. Selbst wenn es nur für einen Abend sein sollte, was zum Teufel sollte ich spätestens dann tun, wenn sich das verwendete Gummi als eines derjenigen herausstellen sollte, die dann doch nicht so zuverlässig gewesen waren. Ganz abgesehen davon, dass ich mir moralisch Unbedenklicheres vorstellen kann als in diese beschissene Welt ein Kind zu setzen. Nein danke, kein Bedarf ich bin schon satt was das angeht. 

Bei der Gelegenheit muss ich daran denken, dass ich es immer noch nicht auf die Reihe gebracht habe eine Vasektomie bei mir vornehmen zu lassen und beschließe dies mit dem Vermerk DRINGEND auf meine Liste der mittelfristigen Aufgaben zu setzen.

“Tja, das wäre wirklich verlockend. Aber ich muss morgen sehr früh raus”, lüge ich sie an. “Lass uns das doch auf ein anderes Mal verschieben.”

Ob es denn ein weiteres Mal gebe? Natürlich, war doch so schön gewesen. 

Und dann vergisst sie wirklich den Austausch unserer Nummern. Ich gehe normal bis zur nächsten Straßenecke und fange zu rennen an. Wer weiß, vielleicht fällt es ihr noch auf und sie kommt mir hinterher gedackelt. Ihre Mailadresse kann ich ganz einfach in meinen Spamordner schieben, dann habe ich Ruhe. Ich weiß schon warum ich um soziale Medien einen weiten Bogen mache. “Wie ist Dein Facebook Name?” Ich habe kein Konto. Was für eine Gnade.