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Verdammt was war das denn??? Ich sehe auf meinen Arm herunter und kann die Stelle der gemeinen Attacke genau sehen. Ein kleiner roter Punkt findet sich da, von wo ein pochender Schmerz sich ausbreitet, der wie die Hölle brennt. Zuerst begreife ich gar nicht was geschehen ist. Dass ich einem Hinterhalt ins Netz gegangen bin, ist mir bewusst. Aber wer der Feind ist und von wo er kam, kann ich im ersten Moment nicht ausmachen. 

Zuerst denke ich, dass mich eine Biene erwischt hat. Dann aber fällt mir ein, dass Diese sich bei einem solchen Angriff den Stachel aus dem Hinterleib reißen der weiter in der Wunde pocht. Aber da steckt kein Stachel, sondern die Einstichstelle sieht eigentlich recht unspektakulär aus. Ein kleiner roter Ring umgibt den Punkt des Einstichs, der eigenartigerweise selbst gar nicht rot ist, sondern eher so blass wirkt, als habe die Haut an dieser Stelle ihre Pigmentierung verloren. 

Doch dann kann ich den Übeltäter erspähen und es fährt mir ein entsetzlicher Schrecken in Mark und Bein. Es handelt sich um eine Hornisse. Eines dieser Mistviecher, die mit nur 7 Stichen ein ganzes Pferd killen können. Einfach so. Sieben rein und raus, dann vielleicht noch ein kurzes Wiehern, ein dumpfer Fall und der arme, meist wohl recht ahnungslose Gaul ist hinüber.

Und das, obwohl er um soviel größer ist, als die anscheinend doch recht kleine und dadurch auch verletzlich wirkende Hornisse. Ziemlich gemein aber vielleicht auch gut für das Pferd, dass es tot ist. Wie sollte es schließlich mit der Schande leben, von solch kleinen Rabauken besiegt worden zu sein, die wahrscheinlich noch nicht einmal ein Hundertstel seines Körpergewichtes ausmachen. 

Aber den Hornissen ist das egal. Diese sind üble Halunken, denen jedes Mittel recht ist um ihre Terrorherrschaft zu verbreiten. Ein totes Pferd hier und da nehmen die skrupellos in Kauf. Das ist denen scheißegal. Die denken keine Sekunde daran, dass der Rappe vielleicht eine Familie hat, die gerade erwartungsfroh auf ihren Versorger wartet, während dieser in einer feigen und unpferdlichen Art dahin gestreckt wurde. 

Denn Pferde sind nicht so. Die rotten sich nicht zu siebt zusammen und machen sich auf die Suche nach arglosen Hornissen Opfern denen sie den unwiederbringlichen Tod bringen können. Nein, ein Pferd tritt höchstens mal irgendwo drauf, oder schlägt aus versehen so mit seinem Schwanz, dass dabei schon einmal eine Hornisse ihr Ende finden kann, aber immer nur als Kollateralschaden dessen, was das Pferd zu diesem Schritt bewogen hat. Nämlich entweder das ihm der Arsch juckt, oder dass es eben irgendwo hin will. 

Außerdem bilden Hornissen keine Familienstrukturen im Sinne der Pferde. Die scharen sich einfach zu dutzenden um ihre fette Königin und kein Mensch, Pferd oder eben geflügelter Unhold kann mir erzählen, dass es auffallen würde, wenn eine Einzige plötzlich nicht mehr in ihr Nest zurückkehren würde. 

Mit anderen Worten hat es viel schlimmere Auswirkungen, wenn ein Pferd stirbt, als wenn solch ein gelb schwarz gestreiftes Schwein sein Leben verliert. Aber das ist diesen Mördern der Lüfte völlig egal. Die machen keine Feinde und verfügen mit Sicherheit über nichts, dass sich Gewissen schimpfen kann.

Aber bis hierher und nicht weiter sage ich mir. Ich werde mich nun todesmutig wie ich nun mal bin dieser lebendig gewordenen Pest gegenüber stellen und keinen Zentimeter weichen, bis ich nicht den letzten von Ihnen unwiderruflich zur Hölle geschickt habe. 

Doch dazu muss ich erst einmal herausbekommen, wo sich diese feige Bande versteckt hält. Also folge ich unauffällig meinem Angreifer und dieser naive Depp führt mich natürlich direkt zu seinem Nest. So unbarmherzig diese Dinger auch sind, so dumm sind sie auch. Wie kann der denn etwas so großes und überragend intelligentes wie einen Menschen überfallen und dann nicht einmal seinen Fluchtweg einigermaßen verdeckt halten? Das spricht nicht gerade für ein besonders reflektiertes Verhalten, aber eben dafür, dass es sich bei diesen Barbaren um reine Unruhestifter ohne jedes weitere Konzept handelt. Geboren werden, um Scheiße zu bauen. Das ist das Einzige das diese kleinen, blöden Wichser auf die Reihe kriegen.

Aber damit soll jetzt Schluss sein. Jetzt wo ich weiß, wo Ihr zu finden seid, hat Euer letztes Stündchen geschlagen. Dafür werde ich schon sorgen. Da könnt ihr noch so lange in Eurer Behausung sitzen und feixend über Eure erbärmlichen Taten lachen. 

DAS BEDEUTET KRIEG!!!

Da diese Dinger in der Überzahl sind, stürze ich natürlich nicht unbedacht hervor und greife sie an. Schließlich war ich beim Militär und wurde dort im Töten und strategieren ausgebildet. Zwar durften wir nur ein paar Mal auf eine Pappwand schießen und haben diese auch meistens nicht getroffen, aber besser eine schlechte Ausbildung als gar keine, denke ich bei mir und überlege mir eine wirkungsvolle Strategie. Obwohl ich bei dem Gedanken an den Wert meiner Ausbildung dann doch überlege, ob ich nicht eher als Kanonenfutter angedacht worden war.

Wie zu jedem guten militärischen Plan gehört das genaue Erörtern der Eigenen und der Feind Stärke im Vorfeld zwingend dazu. Man muss präzise abschätzen können, was einen erwartet. Überraschung führt in diesem Kontext schnell zum Tod. Entweder der Einen oder der anderen Seite. Je nachdem wer wen überrascht und wer der trottelige Überrumpelte ist. Ich kann auf den ersten Blick sehen, dass diese üblen Gesellen dies nicht bedacht haben. 

Obwohl ich kein Horrnissich verstehe, kann ich ihr emsiges Gesumme doch genau interpretieren. Sie prahlen mit ihren bösen Taten und berauschen sich daran. Das ist ganz deutlich zu vernehmen und je genauer ich hin höre, desto präziser kann ich ein einzelnes Summen im Haufen des wilden Gesäusels ausmachen. Das ist die Sau, die mich angegriffen hat, da bin ich mir ganz sicher. Ich kann förmlich hören wie er sich, im Kreise seiner ehrlosen Brüder damit brüstet und mich mit Schmähungen bedeckt, für die jedem Kind der Mund mit Seife ausgewaschen würde. Zumindest so fern es keine dieser asozialen Eltern hat, die ihm alles durchgehen lassen. 

Ich würde waschen und glaubt mir eins. Es gibt auf der ganzen Welt nicht genug Seife die dafür reichen würde, wenn das mein Bengel wäre, der sich so daneben benimmt.

Aber ich habe keine Kinder die Scheiße bauen könnten. Ist vielleicht auch besser so. Zum einen für die Seifenhersteller, die dann nicht mehr zur Ruhe kämen und zum anderen für das Kind selbst. Denn eines ist klar, ich möchte mich nicht zum Vater haben. Jemand der bereit ist, Kindern solche Dinge anzutun sollte keine haben. Streng genommen würde eine Gesellschaft die etwas auf sich hält sogar solche Typen wie mich zwangssterilisieren, um sicher zu gehen, dass sie ihre irren Vorstellungen nicht in die Tat umsetzen. 

Aber hier geht es nicht um meine Erziehungsmethoden, sondern darum, dass sich hier nun eine Heldentat auftut die es kaum erwarten kann von mir begangen zu werden.

Sieben von denen killen also ein Pferd. Wie viele Stiche mich wohl treffen müssen, um meinem Leben ein Ende zu bereiten? Ich habe nicht die geringste Ahnung. Die Nummer mit den Pferden kann man des Öfteren in diesem Kontext hören, aber von Menschen und einer konkreten Anzahl war bisher nie die Rede. 

Aber ich schätze mal, dass es weniger sind, denn schließlich ist so ein Pferd doch um einiges schwerer als ein Mensch. Aber um wie viel? Und um was für ein Pferd handelt es sich denn überhaupt dabei? Die gibt es doch in verschiedenen Ausführungen und Größen. Verdammt, mir fällt gerade auf, dass ich nicht die geringste Ahnung von Pferden habe. 

Mir waren diese Burschen nie ganz geheuer. Schon alleine deswegen, weil sie immer so auf peacy machen und dann so mir nichts dir nichts die Herzen kleiner und größerer Mädchen stehlen. Denn irgendwie scheinen diese Dinger so etwas wie die Casanovas der Tierwelt zu sein. Kaum steht so ein Ding irgendwo herum und eine Frau geht daran vorüber, ist es um sie geschehen. Ab diesem Zeitpunkt hast Du auch als Mann keine Chance mehr. 

Habt Ihr mal deren Schwänze gesehen? Und ich meine nicht die, welche sie hinten angetackert haben. Da kann mir doch keiner erzählen, dass man die Mädels die so etwas kennen danach noch mit einem menschlichen Glied beeindrucken kann. Sei es auch noch so groß und eindrucksvoll. Das, ist auch der Grund warum ich Pferdefrauen immer aus dem Weg gegangen bin. 

“Du hast ein Pferd; und tschüß”, war da immer mein Motto an das ich mich eisern gehalten habe. Diese scheiß Hengste haben mir schon so manches Mal die Tour vermasselt. Da kann ich ein Lied von singen. 

Aber jetzt geht es gerade nicht um Pferdeprügel, sondern darum herauszufinden wie oft ich wohl in so ein Ding hinein passe. Natürlich gewichtsmäßig, nicht dass das jetzt in den falschen Hals kommt. Obwohl, wenn ich es mir so überlege. Die Pferdefrauen müssen doch total ausgeleiert sein. So wie deren Männer bestückt sind. Die müssten doch froh sein wenn sie mal jemand besteigt, ohne sie dabei halb auseinander zu reißen. Wäre das nicht eine Gelegenheit sich für die jahrelange Demütigung die ich durch diese verdammten Hengste erfahren habe zu rächen? 

Eric, bleib am Ball. Du führst gerade einen anderen Kampf. Die Rache an den Gäulen muss warten.

Da ich, wie schon gesagt, im Grunde nicht den geringsten Plan von Pferden habe, aber nicht weit von meinem Grundstück entfernt welche leben, beschließe ich dort hinzugehen um deren Gewicht abzuschätzen und so endlich herauszubekommen wie viele Treffer ich mir leisten kann, bevor ich zu Boden gehe. 

Glücklicherweise hat der Bauer, an dessen Tiere ich dabei gedacht habe, gleich viele verschiedene Rassen auf seiner Koppel stehen. So als hätte er geradezu damit gerechnet, dass einmal jemand kommen würde, der einen genauen Überblick über diese Dinger braucht. Von Riesenhundgröße bis hin zu einem Koloss der auf mich wirkt als wäre es kein Gaul, sondern ein verkleideter Elefant, steht alles darum. Praktisch!

Ich beginne also abzuschätzen. Das Minipferd scheint nicht schwerer als ich zu sein. Vielleicht ist es sogar etwas leichter. Dann könnte ich gut fünf bis acht Stiche einstecken bevor ich die Biege mache. 

Die Dinger der mittleren Größe schätze ich mal auf so zwei bis dreihundert Kilo. Dass würde bedeuten, dass es schon ab zwei bis drei Stichen brenzlig werden könnte. Und einen habe ich immerhin schon abbekommen, blieben also nur noch zwei.

Dann sehe ich zu dem Elefanten rüber. Verdammte Scheiße, denke ich bei mir. Welch fürchterlicher Gott hat denn so ein Ding erdacht? Der Kerl ist so riesig, dass es gar nicht mehr wie ein Pferd, sondern eher wie die pervertierte Superschurkenversion eines Pferdes auf mich wirkt. Heiliger Joseph. Wenn das Ding nach sieben Stichen tot umfällt, müsste ich von dem Einen, der komischerweise schon gar nicht mehr wirklich weh tut, schon lange tot da liegen. Was geben die dem zu fressen? Anabolika gewürzt mit Steroiden? Und das pur? Viele Kiloweise jeden Tag? Verdammt. Wenn ich mit den Hornissen fertig bin, muss ich mich unbedingt um die Pferde kümmern. Da droht ja vielleicht eine noch viel größere Gefahr, die ich gar nicht auf dem Schirm hatte.

“Aber Pferde sind doch Pflanzenfresser, da brauchst Du Dir keine Sorgen zu machen”, höre ich meine Vernunft altklug Eingebungen verteilen.

“Ist mir doch scheißegal was die fressen!!! Hornissen vertilgen auch nicht die Gäule, die sie getötet haben! Was soll das denn für eine bescheuerte Begründung sein? Verdammter Verstand, ich dachte, Du bist auf meiner Seite.”

Aber jetzt gerade bekomme ich das beklemmende Gefühl, dass er mich reinlegen will. 

“Dann geh Du doch mal zu diesem Ungeheuer und zeig mir das es Dich nicht auffrisst, oder einfach nur zum Spaß killt. Aber ich bleib hier stehen und eins kann ich Dir sagen: Zähle nicht auf mich, wenn diese Nummer schief geht! Ich springe für diesen Schwachsinn mit Sicherheit nicht in die Bresche. Dann hab ich halt keinen Verstand mehr. Als ob das einen großen Unterschied bei mir machen würde. Nein, nein Junge. Meine Welt geht nicht unter wenn Du weg bist. Schließlich war ich auch oft nicht gerade gut beraten, wenn ich auf Dich gehört habe. Denn wollen wir mal ehrlich sein, der aller fitteste warst du nie. Dann geh halt hin zu diesem Scheissding. Ist mir doch egal. Blöder Wichser!!!”

Also wirklich, ich lasse mich doch nicht von meinem eigenen Verstand verarschen. Da könnte ja jeder kommen. So ein Penner. Kein Wunder, dass mein Leben sich so absurd entwickelt hat. Mit einem Verstand der einem so einen Scheiß einredet? Das konnte ja gar nichts werden mit mir.

“Ja, geh ruhig hin. Wenn Du noch ein bisschen wartest, hole ich Dir ein Stück Zucker, damit Du es anlocken kannst.”

Was für ein Vollidiot!!!

Aber hey, ich bin doch extra hergekommen um herauszufinden wie schwer Pferde sind um zu überschlagen wie viele Stiche ich im Krieg mit den Hornissen überleben kann, bis diese mich dahingerafft haben. 

Aber jetzt zeigt sich, wer der eigentliche Feind ist. Es ist mein eigener Verstand, die heimtückische Hyäne. Und gegen den weiß ich mich zu wehren, dafür trage ich ihn schon lange genug mit mir herum. 

Ich gehe jetzt erst mal kräftig einen Saufen. Die Hornissen und Pferde müssen sich dann eben noch was gedulden.