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Ich weiss nicht warum, aber ich komme einfach nicht los von dem Dreck in den Medien. Netflix, Youtube, SpiegelOnline, alles der selbe manipulative Mist. Magnete die meine Zeit ziehen und als Gegenleistung nur Scheiße in meinem Hirn hinterlassen.

Jeder will unbedingt was sagen. Tausende sich überlagernder Stimmen die wie Dämonen den Raum befüllen und an mir reißen. Hast Du das schon gehört, hast Du das schon gesehen …?

LECKT MICH DOCH ALLE MAL AM ARSCH!!!

Mein Kopf brummt. Kein Raum für eigene Gedanken. Ein einziges Getöse. Ich schaffe es nicht diese Hölle an Aufmerksamkeitsgenage zu überwinden. Für kurze Momente, ja. Doch sobald ich mich etwas erholt habe zieht es mich wieder in den Strudel hinein. Wie eine Katze die in die Waschmaschine geraten ist und diesen Ort, sobald sie getrocknet ist, wieder aufsucht.

Was soll das Ganze? Ich benehme mich als stünden mir unendlich viele Leben zur Verfügung. Warum opfere ich meine Zeit für diese Dinge und warum zum Teufel, kann ich meinem Leben nicht mehr Sinn verleihen, als mich stetig bespielen zu lassen von aufmerksamkeits heischenden neurotischen Spinnern?

Früher hatte ich Bücher. Viele davon brachten mich weiter und noch weit mehr warteten darauf, dass ich mich mit ihnen beschäftige. Je älter ich werde, umso mehr bemerke ich wie meine Zeit mir durch die Finger rinnt. Was einmal unendlich schien verdichtet sich immer mehr. Und ich schmeiße mit dieser Zeit um mich, als könne ich es gar nicht erwarten, dass ich sie endlich los bin.

Dabei gäbe es so viel Gehaltvolleres zu tun. Selbst wenn ich den ganzen Tag nur Unrat aufsammeln würde, wäre mehr getan, als meine Zeit mit dieser Medienscheiße zu verbringen.

Ich schenke mir ein. Nüchtern ist dieser Zustand gar nicht zu ertragen. Greife meinen Laptop und schreibe. Irgendwas egal, alles besser als die ewige Berieselung. Meinen Fernseher habe ich abgeschafft. Schon vor vielen Jahren. Geschadet hat es mir nicht. Doch ohne es zu merken, hat Dieser sich lediglich transformiert satt zu verschwinden. Er hat sich in diesem Ding versteckt dass alles ist und kann. Im Guten wie im Schlechten. 

Ich sitze da, mit dem Rechner auf meinem Schoß und schreibe irgendwas. Alles besser als das da. Die Wand anstarren wäre besser. Sich den Kopf an der Wand einschlagen wäre besser. Alles besser als das!

Mit der Zeit ertrage ich es nicht mehr, verlasse meine Wohnung und laufe ziellos durch die Stadt. Vorbei an beleuchteten Kneipen, verschlossenen Läden und Menschen die um so vieles mehr in diese Welt zu passen scheinen wie ich. Ich sehe im Vorübergehen in ihre Augen. Ist da irgendjemand dem es so geht wie mir, oder bin ich wirklich damit auf mich selbst gestellt?

Wie ertragen all die Anderen das? Sie scheinen aufzugehen in dieser Welt. Arbeit, Freizeit, Schlafen, Tot. Kann doch nicht so schwer sein. Wenn ich meine Augen zumache kommt nur das Fieber. Hält mich die Nacht wach und spuckt mich in den nächsten Tag hinein. 

Ich denke an meine Therapeutin und frage mich, ob ihr davon erzählen soll. Aber was soll ich ihr sagen? Der Deal ist völlig offensichtlich, aber er funktioniert eben nicht. Weder für mich noch für die Andern. Warum aber bin ich der Einzige dem dies auffällt. Ich möchte zu ihr rennen und sie einfach nur umarmen. Eine Zeit lang, ohne Worte und dann wieder gehen. Der Gedanke jedoch scheint mir wesentlich verrückter als der sie ständig zu belügen.

So zu tun als ob. Als einziger Lösungsweg im Königreich des Absurden. Die Uhr tickt, klick, klack. Nähe als Wettlauf in Zeit und Raum.

Plötzlich knalle ich mit etwas zusammen. Mein Handy fällt runter. Als ich es aufhebe, sehe in zwei Augen die so wirken als seien es meine eigenen. Pass doch gefälligst auf! Und Du? Bist doch ebenso in mich gelaufen wie ich in dich. Ach fick dich doch! Und die Augen verschwinden wieder. Werden zu einem Hinterkopf der sich  im Dunkel des Abends auflöst. 

Ich stehe vor einem Haus dass mir nichts sagt. Wer hier wohnt und warum entzieht sich meiner Kenntnis. Ich drücke aufs gerade wohl eine Klingel. Die Tür geht auf, als hätte man mich erwartet. Ich folge den Treppen bis zu einer Tür, die einen Spalt weit aufsteht, doch keiner ist da um zu sehen wer da kommt. Also gehe ich hinein, auf der Suche nach etwas, von dem ich nicht sagen kann was es ist.

Aus einem der Zimmer dringen Geräusche. Menschen die lachen und sich unterhalten. Mich dann verwundert ansehen und fragen was ich denn will. Könnt ihr mich denn nicht wenigstens verstehen, wenn ich es schon nicht tue?

Ehe ich mich versehe sitze ich mit Fremden an einem Tisch. Ein Glas Wein vor mir und alle verhalten sich so, als sei es völlig normal das da plötzlich ein Fremder bei ihnen am Tisch sitzt.

Es dauert Ewigkeiten bis ich die ersten Worte heraus bringe. Da ich nicht weiss was ich sagen soll, ergeben meine Worte keinen für mich nachvollziehbaren Sinn. 

Doch dann finde ich mich wieder in Gesprächen. Ein Wort gibt das andere, bis es Zeit ist zu gehen. Ich schwebe wie in Trance nach Hause zurück. Schalte den Rechner an und lasse irgendetwas laufen. Dann werde ich müde und während das Irgendwas noch im Hintergrund läuft ereilt mich endlich der Schlaf. 

Wieder ein Tag vorüber von dem ich nicht sagen kann wozu er gut war. Was auch egal ist, schließlich ist er vorüber.