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Max stank wie immer nach Pisse und Kotze.Er lag heben der Toilette und war weggetreten.  Sein T-Shirt und seine Jeans waren völlig verdreckt während er seinen Rausch ausschlief. Ich hatte ihn zu dieser Zeit fast jedes Wochenende gesehen. Immer an der gleichen  Stelle und immer in dem gleichen Zustand. Soweit ich mich erinnere war er mir nie an einem anderen Ort aufgefallen. Ganz so als sei der Klo, die Kotze, die Pisse und Max  ein Ding das untrennbar miteinander verbunden sei.

Der Wirt erzählte mir einmal, dass sie ihn anfänglich noch zur Seite gezogen hätten.  Nach einer Weile jedoch gaben sie es auf und ließen sie ihn einfach dort liegen.

Das Problem bei der Sache war nur, dass es  sich bei der Toilette um die Einzige der gesamten Kneipe handelte. Und so musste  man sich irgendwie mit ihm arrangieren wenn man mußte.

Manche gaben sich Mühe und verrichteten ihr Geschäft an Max vorbei. Andere wiederum  machten sich einen Spaß daraus einfach auf ihn zu urinieren wenn es ihnen danach war.

Ich hatte den Eindruck als ob manche vor allen  Dingen deswegen in diesen Laden kamen um ihn anpissen zu können. Jedenfalls waren es  immer die selben Typen die lachend vom Klo kamen und er war immer dann besonders zugesaut wenn sie dort gewesen waren.

Eines Tages schob ich mich mal wieder an ihm  vorbei um mich zu erleichtern als er zu sich kam. Vor Schreck hätte ich mich beinahe selbst angepisst als er mich plötzlich unerwartet  ansprach.

„Was stimmt nur nicht mit mir,“ kam es  trunken und verschlafen aus ihm heraus. Ich wollte mit der Sache nichts zu tun haben und tat so als hätte ich ihn nicht gehört.

„Ich hatte einmal ein Leben und ich war einmal ein Mensch”, heulte er vor sich hin.  „Schlaf weiter”, murmelte ich und versuchte so schnell als möglich zum Ende zu kommen.

„Ich hatte einmal eine Frau, weisst du?” lallte er weiter vor sich hin.

„Sie war sogar schön und hätte dir bestimmt gefallen. Architektin war sie: Für Innenausbau. Geschmack hatte sie. Da hättest mal die Wohnungen sehen sollen die sie gemacht  hat. Aber jetzt…”

Und plötzlich Schoss  es aus ihm heraus und er heulte wie ein Schlosshund.

Ich hatte glücklicherweise meine Notdurft  zu Ende gebracht und machte das ich davon kam.

Dann ging zur Bar und unterrichtete den Wirt.  Dieser griff sofort mit schlafwandlerischer Sicherheit hinter sich, schnappte sich eine Flasche Fusel und ging in Richtung Klo davon.

Nach einiger Zeit kam er ohne die Flasche  wieder und sagte mir, dass nun wieder alles in  Ordnung sei.

„Das passiert halt hin und wieder wenn er seinen Level verliert. Da hilft nur schnell nachtanken”, sprach er und wischte die Bar.

„Hälst Du es für eine gute Idee ihn einfach  weiter zuzuschütten?!“ fragte ich den Barmann.

„Solange er bezahlt kann er saufen. Ist doch schließlich ne Bar.“

Ich muss mir dringend was Neues suchen, dachte ich bei mir und bestellte noch ein Bier.