Blogverzeichnis

Die Menschheit gibt es nicht mehr. Sie fand ausreichend Gründe dafür zu sorgen dass dem so ist. Nur Hans ist noch übrig und hat sich in eine Höhle weit oben in den Bergen zurückgezogen von der er einen guten Blick in das Tal hat, dass er einmal mit den anderen Menschen bewohnt hat, als es diese noch gab.

Aber nun sind sie alle weg. Nur der Hans ist übrig geblieben. Die Menschheit hat ihn sozusagen vergessen. Und irgendwie fühlt er sich wie jemand dem keiner Bescheid gesagt hat dass Wandertag ist und der nun alleine in der leere Schule steht.

Wie das alles so genau kam, weiß Hans auch nicht. Aber was er weiß ist das er die neuen Zeiten die heran gebrochen sind nicht leiden mag.

Unten im Tal, dort wo sein Haus steht haben sich nun Tiere und Pflanzen breit gemacht. Sein Garten, den er immer so fleißig gepflegt hatte. Den scheiss Viechern und dem Gestrüpp ist das egal. Die machen sich einfach dort unten breit und tun nichts dafür, dass es ordentlich aussieht. Scheiss Zugereiste, denkt sich Hans und das Ein oder Andere von den Dingern kommt noch nicht mal von hier. Das stinkt ihm ganz schön und am liebsten würde er runter gehen und da mal so richtig aufräumen. Aber er traut sich nicht. Weil die dort unten so viele sind und er ist nur der Hans; ganz alleine hier in seiner Höhle.

“Jetzt sieh sich einer mal dieses dicke graue Schwein an. Scheisst dem Herbert einfach so auf die Terrasse.” Hans kann dort einen Elefanten sehen, der sich gerade dort entleert wo sein verhasster Nachbar vor wenigen Jahren sein Hinterhaus verschönert hat. Dieser muss wohl dem heimischen Zoo entkommen sein. 

“Du dreckiges graues Ausländerschwein”, ruft der Hans mutig hinunter. Doch dann hat er das Gefühl das der Graue das gehört hat und verzieht sich lieber in seine Höhle.

“Möchte mal wissen, wer den ganzen Schlamassel zu verantworten hat”, denkt sich der Hans. “Das müssen wohl die Ausländer gewesen sein. Denn als die noch nicht da waren, gab es ja noch Menschen.” Der Hans meint damit die 20 Flüchtlinge, die in der leeren Schule untergebracht waren. 

“Gerade mal 800 Bewohner und dann 20 Flüchtlinge. Das war doch klar, das das nicht gut gehen konnte.” Hätte man doch nur mal ihn gefragt, als es noch jemanden gab den man Fragen konnte. Er hätte ihnen das gleich sagen können, das so etwas in die Hose gehen muss. Zudem er einen der Flüchtlingsburschen mit eigenen Augen gesehen hat, wie er mit der Tochter vom Müller Klaus händchenhaltend durch die Straßen zog. Da hatte er auch gleich sehen können wie schamlos diese Typen sind. “Nehmen uns unsere Frauen weg und so wie die Kinder machen ist in ein paar Jahren dann gar kein Platz mehr für die Einheimischen.” Aber jetzt muss der Hans innerlich lachen wenn er daran denkt, dass das Ausländerpack auch weg ist.

“Denen tut es recht geschehen”, denkt er so bei sich, der Hans. Das haben die davon. Aber manchmal fragt er sich dann schon, was wirklich geschehen sein mag. Dann muss er an den Sohn vom Lehrer Biesenwirt denken. Dem langhaarigen asozialen Hippie. Wie der ihm immer in den Ohren lag, weil Hans sein Altöl im Wald entsorgte.

“Herr Schmidt, das dürfen Sie nicht tun, davon geht die Welt kaputt.” Was für ein Arschloch, schließlich ist der Hans noch da. Ob vielleicht nicht genügend Leute ihr Öl dort entsorgt haben, fragt er sich. Zudem der Hans doch auch vor ein paar Jahren; oder waren es doch Jahrzehnte, sogar Geld gespendet hat für den Regenwald, als diese kleine junge Schlampe mit dem schönen Arsch ihn auf der Strasse danach fragte? Und die ihn dann noch nicht einmal ran gelassen hatte. Das ärgert den Hans noch heute. 

“Diese dreckige Fotze”, denkt er sich. Ganze 50 Mark hat er ihr gegeben. Und dann ist sie einfach zum nächsten gegangen und hat dem schöne Augen gemacht. Zum Glück ist dass Flittchen jetzt auch tot. 

Wäre aber schon schön, wenn sie jetzt auch da wäre. Er und sie in der Höhle! Da hätte sie ja gar keine andere Wahl mehr als die Beine für ihn breit zu machen. Selbst lesbisch werden wäre dann nicht mehr drinnen. 

Oh Baby, denkt er sich und stellt sich vor wie er sie ordentlich ran nimmt. In seinen Träumen kriegt Hans auch noch einen hoch. In der Wirklichkeit klappt das leider nicht mehr so gut. Und diese blauen Pillen waren ganz schön teuer. Wie sollte er sich das denn leisten können, mit seinem bisschen Stütze. 

Aber die gibt es jetzt auch nicht mehr. Scheisse, denkt er sich, wie soll ich denn jetzt mein Bier bezahlen? Aber dann fällt ihm ein dass keiner mehr da ist der welches machen kann und das Bier nicht auf Bäumen wächst. 

“Da geht die Welt unter und man kann sich noch nicht einmal mehr richtig besaufen.”

Dort unten sieht er einen Hasen auf seinem Rasen sitzen. Oh Mann, der würde ihm jetzt gut schmecken. Ob er sich den angelt? Aber der Hans weis leider nicht wie er das anstellen soll. Schließlich traut er sich ja nicht mehr dort runter. Hast du aber nochmal Glück gehabt, du Hasenassi, denkt sich der Hans und sieht wie das Drecksvieh ihm auch noch auf den Rasen scheißt.

“Wenn ihr so weiter macht, lebt ihr demnächst komplett in eurer Scheiße”, ruft der Hans hinunter. Aber diesmal leiser, damit ihn der Graue nicht hört. 

Hätte er hier etwas zu sagen gehabt, es wäre nicht soweit gekommen. Alles wäre dann so geblieben wie es immer war und gut wäre es gewesen.

Früher war sowieso alles besser. Zwar nicht für ihn, Hans gings immer schon scheisse, aber z.B. für den Rupert dem die Firma war und den er nicht leiden konnte, lief es damals in jedem Fall besser. Jetzt ist der auch weg, der Rupert. “Ha ha ha, jetzt kannst Du Dir Deinen Porsche in Deinen blöden toten Arsch stecken. Ausgeporscht hat es sich.” 

Vielleicht nutzt er ja mal das Dunkel der Nacht und geht doch runter. Und schaut mal in der Villa von diesem Rupert rein. Der hatte sogar eine echte Rolex, aus Gold. Die könnte er sich dann nehmen. Doch dann fällt dem Hans ein, dass eine Uhr ihren Sinn verliert, wenn es keine Termine mehr gibt. Angeben geht auch nicht mehr so gut, wenn da keiner ist der große Augen machen könnte.

Dann geht er eben nicht dorthin und lässt die Rolex liegen. Sollen doch diese überheblichen Schweizer selber kommen und ihren Scheiss einsammeln. Doch von denen ist auch keiner mehr da.

Na die haben´s verdient dass sie weg sind. Denen heult keiner eine Träne nach.

Das ist das Gute daran, dass es, außer ihm, keinen mehr gibt. Denn jetzt entscheidet nur noch Hans wo´s lang geht. Zumindest auf den Menschen bezogen. Jetzt ist er der König und was er nicht will, darf auch kein anderer wollen. 

Vorher war es anders. Da interessierte niemanden was Hans dachte. Seinen bescheuerten Nachbar nicht, die Idioten vom Schützenverein und gerade die Frauen. “Diese scheiß Weiber machen doch eh immer nur was sie wollen.”

Mee too! Ha ha, ausgeheult ihr Fotzen. Erst die Beine breit machen und dann rumheulen. Fickt Euch selber.

Aber wäre doch schön jetzt eine zu haben. Gibt aber keine mehr. Was solls.  

Hinten in seiner Höhle hat er noch einen Sack Kartoffeln. Er weiss nur leider nicht wie er sie warm kriegen soll. Roh sind die Dinger einen Dreck wert; nicht zu gebrauchen. Aber zum Glück gibts ja noch Lebensmittel in den Läden. Nur dass er sich erst mal dorthin trauen müsste. Abends mal schauen. Irgendwann müssen auch diese Drecksviecher mal pennen gehn. Auch der Graue, die Sau. 

“Warte nur Grauer. Wenn Du pennst komm ich runter und hole mir was ich brauche. Da wirst Du Augen schieben, wenn du am nächsten morgen merkst was in der Nacht gelaufen ist. Und du wirst sehn wer hier die Hosen an hat. Du bestimmt nicht, du ungeniertes nacktes Arschloch. Der Graue, dieser blöde Wichser.”

Vielleicht kommen ja mal die Wölfe und reißen ihm den Arsch auf. Dann soll er bloß nicht kommen und nach Hilfe fragen. In Hänschens Höhle ist dann kein Platz für ihn.

Ja, die Wölfe. Gute, deutsche Wölfe. Als sie wieder kamen wollte er sie ja nicht haben. Aber wenn die ihm jetzt gegen den Grauen helfen, dann sieht das anders aus. Und ihm werden sie schon nichts tun. Sind ja schliesslich Landsleute. Vielleicht kann er sich ja zum König der Wölfe ausrufen. Dann zieht er mit ihnen durch die Lande und dann wird gemacht was er will. Vielleicht sucht er sich dann eine Wolfsfrau. Ob er mit der Kinder machen kann? Er weiss es nicht, die Schule war nie sein Ding. Käme also auf einen Versuch an. Wenns klappt, dann kriegen die natürlich gute, deutsche Namen. So wie früher. Als alles noch gut war. Nicht wie in den heutigen Zeiten. 

Von seinen Gedanken berauscht, lässt Hänschen sich dazu hinreissen dem Grauen noch mal so richtig in die Suppe zu spucken. 

“Du fette graue Sau”, ruft er herunter. So, dem hat er´s jetzt aber gegeben. Der wird erst mal keinen Ärger mehr machen. Mal sehn was morgen kommt. Beschissener kanns nicht werden, denkt der Hans. Zumindest eine Sache, auf die man sich verlassen kann.