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Mein Job ist es Dinge für Arschlöcher zu besorgen. Dinge die ihnen sonst niemand besorgen will. Zum Einen weil man sich schnell die Hände damit schmutzig macht und zum Anderen weil niemandem diesbezüglich zu trauen ist.

Der Grund warum man mir traut, ist schlicht und ergreifend derjenige, dass mir das alles völlig scheissegal ist. Denn ich sehe es als das was es ist, ein Job wie jeder andere.

Wer seinen Kopf nicht nur zum Regenschutz benutzt weiß natürlich, dass es einen elementaren Unterschied zwischen Beruf und Job gibt. Das Eine bezeichnet etwas zu dem man berufen ist, dass andere bedeutet, dass man lediglich den Arsch hinhält um irgendwie morgen noch den Arsch hinhalten zu können. Das sagen alleine die Worte schon aus und es wäre völlig offensichtlich, wenn nicht …

Ich fühle mich aber leider zu nichts berufen. War noch nie so und wird wohl auch nie so sein. Wenn es nach mir ginge, würde ich den Morgen mit einer guten Droge im Kreise mir zugewandter Damen beginnen, in der fröhlichen Erwartung auf die weiteren Segnungen des Tages. Leider kann man dies jedoch nur schwer als Berufung verkaufen, weswegen ich, wie die meisten von uns, vor dem Problem stehe, wie ich an die scheiß Kohle komme, die ich für mein Leben benötige und es vielleicht sogar schaffe, dass es soviel wird, dass sich damit ein gebührendes  Leben führen lässt.

Und weil einen Job zu haben nun mal bedeutet, auf die ein oder andere Art seinen Arsch hin zuhalten, habe ich beschlossen etwas zu tun, was wenig Arbeit macht und gut bezahlt wird. Dafür ist es aber leider etwas anrüchig was ich tue. Und damit wären wir wieder am Anfang dieser Geschichte angelangt: Ich besorge Dinge für Arschlöcher.

Nun wird sich vielleicht der ein oder andere von Euch fragen, was ich mit “Arschlöchern” meine? Nun, meine lieben, diesbezüglich sich Fragenden, zieht doch einfach Euren Kopf aus Eurem Arsch, oder wo ihr ihn sonst gerade abgelegt habt und nutzt ihn dafür, wozu er eigentlich gedacht ist. Zum Denken! Denn dann müsstet Ihr Euch keine so selten dämlichen Fragen stellen und ich meine wertvolle Zeit nicht damit verplempern, solche völlig offensichtlichen Dinge zu erklären.

Da ich Euch aber kenne und deshalb weiss, dass Ihr Euren Kopf sowieso nicht finden werdet, sage ich Euch einfach um welche ehrenwerten Menschen es sich bei meinen Kunden handelt. Politiker, Geschäftsleute, Funktionäre, Macher, Reiche und anderes Geschmeiß. Eben die wirklichen Parasiten der Menschheit. Die sich so tief in den allgemeinen Geist hineingefressen haben, dass sie als unverzichtbar gelten und ihr makaberes Treiben nicht nur toleriert, sondern als unbedingt Notwendig betrachtet wird; alternativlos.

Es ist ein makaberes Spiel, dass nur deshalb existieren kann, weil nicht nur der Mensch des Menschen Wolf ist, sondern der Wolf des Wolfes Mensch. 

O.K. zugegeben. So ganz habe ich das jetzt auch nicht verstanden. “Der Wolf des Wolfen Mensch?”. Hört sich selbst für mich,etwas gespreizt an. Aber sei´s drum. Wäre das Erzählen meine Berufung hätte ich schließlich Eine und müsste mich nicht mit so etwas erbärmlichem wie einem Job herum ärgern.

Was ich zu besorgen habe, sind teils erfreuliche Dinge wie Drogen, teils aber auch Dinge die, nun, nennen wir es einmal, etwas unappetitlicher Natur sein können.

Aber wie nun schon häufiger erwähnt handelt es sich dabei um einen Job und dementsprechend hat er eben auch seine unerfreulichen Seiten. Zumindest stimmt jedoch die Bezahlung. Ganz egal ob erfreulich oder auch nicht. Und das ist bei einem Job die Hauptsache. Denn so Scheisse Jobs im Allgemeinen auch sind, zur völligen Katastrophe geraten sie dadurch, dass sie einem noch nicht einmal vernünftig vergolten werden.

Und da dies auf die meisten dieser Jobs zutrifft, kann ich mich zumindest rühmen nicht noch zusätzlich zum gefickt werden auch noch verarscht worden zu sein.

Heute ist einer dieser unerfreulichen Tage. Das Mädchen im Fond meines Wagens zittert leicht vor Angst. Auch wenn man sie nicht darüber aufgeklärt hat was ihr bevorsteht, ahnt sie doch, dass das was da auf sie wartet, nicht gerade erfreulich für sie sein wird. 

Was sie genau mit ihr machen werden weiß auch ich nicht und offen gesagt will ich es auch gar nicht wissen. Aber hey, mein Job ist es ein junges Mädchen zu besorgen, dass niemand vermissen wird. Und ich gehe mal nicht davon aus, dass man in diesem Kontext Gutes mit ihr vorhat. 

Auf ihre verängstigten Fragen nach ihrem Schicksal gebe ich ihr Antworten die angedacht sind sie zu beruhigen. Scheiße, was sollte ich auch sonst tun? Hilft es in diesem Zusammenhang irgendjemandem weiter, wenn sie weis was auf sie zukommen wird? So bleibt ihr zumindest noch für eine kurze Weile die vage Hoffnung, dass diese Erfahrung nicht in einer Katastrophe für sie enden wird. 

Als wir an dem verabredeten Treffpunkt ankommen, erwartet mich dort der Kunde. Dieses mal ist es einer dieser verlogenen Politiker, die in jeder auch nur halbwegs gerechten Welt sofort geteert und gefedert würden um sie im Anschluss zu hängen und dann zur Sicherheit noch zu erschießen.

In der Welt jedoch in der wir uns befinden, handelt es sich um ein geschätztes Mitglied der Gesellschaft. Ein Mann mit hervorragendem Ruf, einer blütenweißen Weste und all den verlogenen Insignien eines modernen Tyrannen. Und all die braven Menschen dort draussen tanzen um das goldene Lamm, applaudieren ihren Antichristen und haben ihre Seele so sicher und unwiederbringlich verkauft, wie das berühmte Amen in der Kirche. Deckel zu und Ruh.

Auf dem Nachhauseweg beginne ich mich darauf zu freuen, was mich nun erwartet. Und zu meinem Glück wartet nicht das berühmt berüchtigte Feierabendbier auf mich. Denn dies ist das Elixier der Idioten. Die sich mit dem Geringsten abspeisen lassen und sich nach all ihren täglichen Qualen auch noch mit Scheisse vergiften, sondern einer Portion der angenehmen Dinge die ich zu besorgen habe. Einer Droge, die ihren Namen auch verdient. Die einen in Watte einzuhüllen in der Lage ist, ohne einen dabei unwiderruflich zu ruinieren.

Ein Elixier der Götter. Hergestellt von wirklichen Könnern ihres Faches. Nach modernsten Maßstäben ersonnen und geheim gehalten für das ordinäre Volk. Etwas Chemie das sich vereinigt mit der Eigenen und dieses unvollendete Etwas mit Namen Ich, zumindest für einen kurzen Augenblick, zu dem macht, was ihm potenziell inne liegt. Einem zufriedenen Geist der sich selbst genügt. 

Dazu, so ist es mein Brauch, zur Einstimmung ein herrliches Bad und aus den Boxen schallt die unbeschreibliche reine Leere eines Bob Dylans in der Interpretation des zwar letztendlich ahnungslosen, aber nichts desto trotz ergreifenden Jimmy Hendrix. Dem Aussichtsturm der die Wahrheit glasklar vermittelt. Für jeden verständlich der seinen Kopf nicht als Mülleimer für Dämlichkeiten, sondern als Tor zur Erkenntnis zu verwenden weiss. 

Und so sehr ich auch diese Welt brennen sehen möchte. In diesen Momenten bin ich mit ihr versöhnt. Nur ich, die Musik, das Bad und diese wunderbare Chemie. 

There must be something out of here …

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